Historie gut gewandet

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Gerd-Günter Finck steht in seiner Jagd-Tracht am Brunnen auf der Hude. Dort starten seine Führungen Foto: fnf

Kostümführungen in Oldesloe mit Gerd-Günter Finck

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe. Sei es die Zeit der Stadt als Hafenstadt, die Jahre während des 30-jährigen Krieges, die Hexenverfolgung oder die Geschichte der Zuwanderung. Seit zehn Jahren führt Gerd-Günter Finck Ortsfremde und Einheimische, die mehr über ihre Heimatstadt erfahren möchten, bei seinen historischen Stadtführungen durch die bewegte Geschichte der Kreisstadt.
Mittelalterliche Tracht
Dabei ist der ehrenamtliche Stadtführer stets passend gekleidet, mit einer mittelalterlichen Jagd-Tracht und passendem Hut. Das nächste Mal wird Finck am Freitag,
4. Oktober, 20 Uhr, eineinhalb Stunden mit einer Gruppe durch die Innenstadt streunen, um an geschichtsträchtigen Orten Halt zu machen. „Bei jeder Stadtführung setze ich einen anderen Schwerpunkt. Im Fokus steht dieses Mal neben der Ortsgeschichte die historische Rolle von Zuwanderern und ihrer Bedeutung für die Stadt“, kündigt Gerd-Günter Finck an. Bad Oldesloe sei in allen Epochen immer ein Ort gewesen, in dem sich Menschen hier niederließen – sowohl in friedlichen als auch in kriegerischen Zeiten.
Bei seinen Stadtführungen legt Finck durchaus Wert darauf, dass seine Ausführungen bei den Zuhörern auch ankommen. „Aus pädagogischen Erkenntnissen weiß ich, dass Zahlen und Fakten bei vielen Menschen schlecht hängen bleiben“, grinst der ehemalige Lehrer. Daher gibt es schon vorher einen Handzettel mit den wichtigsten Daten der Geschichte.
Insgesamt drei historische Stadtführungen bietet Gerd-Günter Finck im Jahr an, zwei für Erwachsene und eine für Kinder. Finck: „Manche Themen sind für jüngere ja nicht so gut geeignet, etwa die Hexenverfolgung. Ich will ja nicht, dass die Zuhörer später schlecht schlafen können.“ Oft kommen Unternehmen auf ihn zu, um Extraführungen für neue Angestellte zu buchen, die mal die Stadt kennenlernen sollen. Dabei gibt es viel zu erfahren: Während der Hansezeit war Bad Oldesloe durch seine Lage an der Trave ein wichtiger Warenumschlagplatz. Das „Blaue Haus“ an der Hude war ein Kontor, direkt neben dem Bootsanleger an der Beste/Trave-Gabelung.
Außerdem war Bad Oldesloe, erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1151, unter dänischer Herrschaft. Aus dieser Zeit stammt noch die königlich privilegierte Löwenapotheke, die bis heute existiert. Finck hat bereits eine neue Idee für eine Führung: Eine Stadtführung unter sozialen Aspekten, bei der er den Teilnehmern die Anlaufstellen für Hilfsbedürftige zeigt. „Mit Unterstützung von Betroffenen mit Armutserfahrung will ich damit Verständnis für die Nöte einiger Gesellschaftsgruppen wecken“, erklärt er.
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