HVV-Zeitkarten im Supermarkt?

Anzeige
Können Pendler ihre Zeitkarten im Familamarkt bald an der Nikolaus-Otto-Straße kaufen? Gemeinde und Unternehmen sprechen über Kooperation

Verwaltung und Unternehmen verhandeln über neuen Service

Trittau. Schon bald könnte es wieder eine HVV-Servicestelle in Trittau geben. „Wir sind am Ball“, berichtet Jens Borchers, büroleitender Beamter in der Gemeinde. So gebe es Gespräche zwischen der Verwaltung und der Firma Bartels-Langness (famila, Markant), nach Eröffnung des Nahversorgungszentrums auf dem Schützenplatz dort Zeitkarten für den öffentlichen Nahverkehr anzubieten.
„Es gibt auch Überlegungen für eine zeitnahe Lösung. Vorübergehend könnte die Servicestelle im Famila Markt an der Nikolaus-Otto-Straße betrieben werden“, berichtet Borchers. Auf der nächsten Sitzung des Sozial-, Sport- und Kulturausschusses Anfang Juni könnte die Lösung der Politik vorgestellt werden, die dann darüber abstimmt.
Bis Januar 2013 wurden HVV-Zeitkarten bei „All about Tea and Coffee“ in der Poststraße verkauft. Nach Unstimmigkeiten zwischen Hochbahn und dem Betreiber, mussten Pendler nach Glinde oder Ahrensburg fahren, um sich in der Nähe eine Monatskarte zu besorgen. Etwa 1.124 aller knapp 8000 Einwohner fahren unter der Woche nach Hamburg zur Arbeit, viele von ihnen nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel.

Intensive Beratung

Die Möglichkeit, dass Busfahrer könnten vorübergehend Monats- und Wochenkarten verkaufen, schloss Björn Schönfeld, Mitarbeiter bei der Kreisverwaltung, die den Betrieb einer Servicestelle finanziell bezuschusst, aus: „Der Verkauf im Bus wäre aus Fahrplangründen und vom Ablauf her nicht durchführbar“, sagt er. „Zudem müssen bei Zeitkarten Formulare ausgefüllt werden, was im Bus nicht möglich ist.“
Intensiv bemühten sich die Gemeinde und die Hochbahn, die die Servicestellen in Hamburg und Umgebung verwaltet, einen neuen Betreiber zu finden. „Die Hochbahn hat mehrere mögliche Nachfolger vor Ort angesprochen. Leider ohne Erfolg“, erklärt Hochbahn-Sprecherin Maja Weihgold. Gefragt wurde auch Kerstin Lennartz, Inhaberin des Reisebüros in der Poststraße. „Nein, das kommt für mich nicht in Frage“, sagt die Geschäftsfrau. Auch Günther Süllau, Chef des Edekamarktes, lehnte ab. Möglicher Grund: Zeitkarten zu verkaufen, ist sehr beratungsintensiv. Es muss ein eigener Computer zum Ausdrucken der Fahrausweise aufgestellt werden und eine separate Kasse, zudem brauchen die Werbemittel der Verkehrsbetriebe viel Platz. Um den Service anzubieten, muss der Gewerbebetrieb eine Kaution in Höhe von 2.500 Euro hinterlegen, vom Verkauf der Zeitkarten erhält er zwei Prozent der Einnahmen Provision.

Problem im Rathau

s
Im vergangenen Frühjahr beschlossen die Mitglieder des Hauptausschusses, die Integration der Servicestelle in der Gemeindeverwaltung zu prüfen. Doch auch dieser Versuch scheiterte. „Unsere Empfangsmitarbeiter müssten regelmäßig geschult werden, sie würden zudem von ihren Aufgaben in der Verwaltung abgelenkt und es fehlt auch Platz für die zahlreichen Werbemittel“, erklärt Borchers.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige