„Ich bin immer gesprächsbereit“

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Seit 2008 leitet Dr. Henning Görtz die Bargteheider Verwaltung mit großem Erfolg. Eine zweite Amtszeit ist ziemlich sicher Repro: fnf

Bargteheides Bürgermeister über den Reiz seines Amtes – und die Kehrseite

Bargteheide. Dr. Henning Görtz ist der gemeinsame Kandidat von vier Fraktionen für die Bürgermeisterwahl in Bargteheide am 25. Mai. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Daher gilt eine weitere Amtszeit für den bisherigen Verwaltungschef als sicher. Das WochenBlatt sprach mit ihm über die letzten und kommenden sechs Jahre.

Wochenblatt: Mussten Sie lange überlegen, sich für eine weitere Amtsperiode als Kandidat aufstellen zu lassen?
Henning Görtz: Die Entscheidung stand für mich lange fest. Zumal sich mit CDU, SPD, Grünen und FDP vier Parteien für meine Wiederwahl aussprechen. Das Amt als Bürgermeister macht mir große Freude.

WB: Worin besteht für Sie der Reiz?
Görtz: Gerade in Bargteheide ist dies eine besonders schöne Aufgabe. Die Stadt hat alles, was das Leben ausmacht und lebenswert macht. Die Rahmenbedingungen sind optimal. Wir haben ein gutes Angebot für Familien, wie Kitas und Schulen, ein gutes Freizeit- und Arbeitsangebot. Und wir sind schuldenfrei. Es ist eine tolle Aufgabe, diese Punkte gestalten zu dürfen.
Ein anderer Punkt, der mir sehr wichtig ist, ist das große Gemeinschaftsgefühl von Politik, Verwaltung und Bevölkerung. Natürlich gibt es auch Meinungsverschiedenheiten. Dabei gelingt es uns aber fast immer, den Umgang fair und sachorientiert zu gestalten. Das ist eine wichtige Voraussetzung, eine gute Arbeit abzuliefern.
WB: Was waren die Höhepunkte Ihrer bisherigen Amtszeit?
Wir konnten sechs Kitas eröffnen oder erweitern und an vier Schulen riesige Investitionsvorhaben abschließen oder auf den Weg bringen. In der Infrastruktur haben wir die Umgehungsstraße und die Gewerbeverbindungsstraße gebaut. Wir haben ein Klimaschutzkonzept erarbeitet und bekommen
26 neue öffentlich geförderte Wohnungen.

WB: Was waren weniger schöne Momente?
Görtz: Die Kehrseite der Medaille ist, dass es aufgrund der Vielzahl von Projekten – wie überall – Menschen gibt, die dagegen sind, weil sie sich vor Veränderungen fürchten oder unmittelbar betroffen sind. Auch diese Meinungen nehmen wir weiterhin sehr ernst und beziehen sie ein. Ich bin immer gesprächsbereit.

WB: Wie haben Sie die Auseinandersetzung um den Bürgerwindpark erlebt?
Görtz: Öffentliche Diskussion ist wichtig. Ebenso sollte Kritik immer ernst genommen werden. Weniger schön ist es, wenn den Entscheidungsträgern – egal ob sie für oder gegen das Projekt sind – öffentlich unterstellt wird, es würde ihnen bei ihren Entscheidungen nicht um Bargteheide gehen. Ich bin bei jedem einzelnen Mitglied unserer politischen Fraktionen sicher, dass es ihm oder ihr einzig um das Wohl der Stadt geht.

WB: Was steht auf Ihrer politischen Agenda für die nächsten sechs Jahre?
Görtz: Das große Thema in den nächsten Jahren wird sicherlich der demographische Wandel sein. In Bargteheide leben viele junge Menschen und Familien und die Stadt wird weiter wachsen, bis 2030 um 2.000 Einwohner. Darum müssen wir für junge Familien attraktiv bleiben. Gutachten besagen aber auch, dass vor allem die Altersgruppe über 65 Jahre ansteigen wird. Das bringt für die Stadt völlig neue Herausforderungen, zum Beispiel für Wohnen, Mobilität, Einkaufen oder ärztliche Versorgung.

Interview: Finn Fischer
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