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Abschiedsessen für Michael Tsegay (3.v.l.) aus Eritrea mit Jürgen und Marianne Heydorn, Bürgermeisterin Ulrike Stentzler und den ehemaligen Kollegen Peter Kung und Waldemar Preis vom Bauhof (v.l.) Foto: Maurer

Lütjensee verabschiedet Michael Tsegay, der 2014 als erster Flüchtling in die Gemeinde kam

Von Birgit Maurer
Lütjensee
Lütjensees erster Flüchtling, Michael Tsegay (37), wurde vergangene Woche feierlich von Bürgermeisterin Ulrike Stentzler, seinen Betreuern Marianne und Jürgen Heydorn sowie seinen Arbeitskollegen vom Bauhof, Peter Kung und Waldemar Preis, mit einem Essen verabschiedet. „Ich war gerne hier, würde gerne bleiben, aber meine Frau hat in Neuenburg (Baden-Württemberg) bereits eine Arbeit als Erzieherin gefunden“, sagt der Eritreer, der sich daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet. 2014 kam er als erster Flüchtling nach Lütjensee, sein Asylverfahren steht kurz vor dem Abschluss.

Kinder noch in Eritrea

Seine Frau ist bereits anerkannt, die drei Kinder sollen demnächst aus Eritrea kommen und die Familie wieder komplett machen. Im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes hat Tsegay im Bauhof gearbeitet, war vorwiegend für die Rasen- und Beetpflege verantwortlich. In seinem Zeugnis wird er als fleißig, zuverlässig und freundlich bezeichnet. „Es war ein unkompliziertes Verhältnis. Michael Tsegay hat auch in der Gemeinschaftsunterkunft, in der er ein acht Quadratmeter großes Zimmer bewohnt hat, für Ordnung gesorgt und manchen Streit geschlichtet“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Stentzler. Unterstützt wurde er von der Familie Heydorn, die sich um die Verbesserung seiner Deutschkenntnisse bemühte.

54 Flüchtlinge in Lütjensee

Auch gemeinsamer Sport wie Prellball und Fußball standen je einmal die Woche auf dem Programm des Bayern-München-Fans Tsegay. „Er ist ein netter, fleißiger Mensch“, bestätigen auch die Heydorns. Michael Tsegay kam nach der Schule mit 21 Jahren zum Militär in Eritrea. Das brutale Vorgehen konnte er jedoch nicht verkraften und desertierte, flüchtet nach Deutschland. „Ich möchte in kein anderes Land“, betonte er zum Abschied. Und eine Rückkehr wäre wohl lebensgefährlich. In Lütjensee werden derzeit 54 Flüchtlinge betreut.
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