Irrwege durch das Getreide

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Karsten Eggert und seine Freundin Nora Dietrich planen seit fast einem Jahr an der Gestaltung des neuen Labyrinths. Die Preise sind auch in diesem Jahr stabil geblieben. Foto: cs

Grusel, Grauen und Gänsehaut im Jersbeker Maislabyrinth

Von Christina Schlie
Jersbek. Noch knapp dreieinhalb Wochen bis zur Eröffnung und der Mais ist gerade einmal dreißig Zentimeter hoch.
Wüsste er es nicht besser, Betreiber Karsten Eggert müsste in Panik verfallen. Doch er bleibt gelassen, blickt er doch auf mittlerweile 13 Jahre Maislabyrinth-Erfahrung zurück. „Bis zur Eröffnung am 14. Juli ist der Mais etwa zwei Meter hoch. Mit ein wenig Glück von Oben kann er zehn Zentimeter pro Tag schaffen“, so Eggert.
Nach fünf Jahren in Delingsdorf kehrt der gelernte Bildtechniker mit seinem zurück nach Jersbek. Die Vorgabe der Landwirte, „die Fruchtfolge zu wechseln“ und Schwierigkeiten mit den Anwohnern machten die Entscheidung zu gehen leicht. Mit zehn Hektar Fläche und sieben Wege-Kilometern errichtet Eggert zusammen mit seiner Freundin Nora Dietrich nach eigenen Angaben in diesem Jahr „das größte Maislabyrinth Deutschlands“. Wie gewohnt wartet neben dem Irrgarten auch wieder ein kniffeliger Rätselspaß auf die Besucher. „Und der wird deutlich schwieriger“, verspricht der Organisator. Eine sechsstellige Zahlenkombination öffnet mit Glück die Tür zum Tresor. Für Kinder gibt es eine leichtere Version.
Begonnen hat alles 1995, als er in einem Zeitungsartikel von einem Maislabyrinth in England las. Drei Jahre später eröffnete Eggert zusammen mit Freunden das erste Maislabyrinth Deutschlands in Stapelfeld, im Jahr darauf folgte eine Einladung, einen Irrgarten zu den Vielseitigkeitsmeisterschaften in Lohmühlen zu gestalten. Der Startschuss war gefallen, es folgten Aufträge zur Expo in Hannover bis er schließlich 2002 von Landwirt Carsten Studt ein Feld in Jersbek zur Nutzung überlassen bekam.
Seit Dezember tüftelt das Paar an dem neuen Labyrinth, entwickelt Ideen, verwirft sie wieder und lässt die Phantasie spielen. „Ich habe immer noch den Traum, einmal eine Hängebrücke im Labyrinth zu haben, aber das ist äußerst schwierig“, so Nora Dietrich, die als Schneiderin arbeitet, wenn sie nicht gerade „im Labyrinth steckt“. Noch lässt in Jersbek wenig vermuten, dass man sich in knapp drei Wochen dort verlaufen kann. Viel Arbeit wartet auf Eggert und seine Freundin: Bühne zimmern, Bar aufbauen und Sitzecken schaffen. Die Teufelsmaske ist bereits mit Holzpfählen und Flatterband markiert, Pflanzen ausgerissen und Wege geebnet.
Gut 20 000 Euro investiert der 43-Jährige jährlich in das Projekt – Helfer, Versicherungen, Anträge, Nutzungsgebühr, Homepage und Musikprogramm.
„Wir hoffen auf einen besseren Sommer als im vergangenen Jahr. Toll wäre es, die 20 000er-Besuchermarke zu knacken“, spekuliert er. 2011 kamen rund 12 000 Gäste in das Maislabyrinth. Um Randalierern und Vandalismus vorzubeugen, wohnt das Paar von Juli bis September in einem umgebauten Bauwagen direkt im Labyrinth. „Nur zum Duschen und Post holen geht es hin und wieder nach Hause“, so Eggert. Außerdem sorgen zwei große Hunde für nötigen Respekt, falls nötig.
Am 14. Juli geht es los, dann darf wieder geirrt, gerätselt und gechillt werden.
Besondere Highlights versprechen in diesem Jahr die „Gruselnacht im Mais“ und die „Grüne Hölle“, ein Rollenspiel nach Herr der Ringe – Kampf der Kreaturen im Labyrinth.
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