Je fauler desto besser

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Olaf Grönwald: „Wir könnten sogar noch mehr Strom produzieren, als wir benötigen” Foto: fnf

Ahrensburger Kläranlage versorgt sich selbst mit Energie

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Meistens sind Klärwerke die größten Energiefresser der Gemeinden. In Ahrensburg ist das anders. Die Anlage produzierte im vergangenen Jahr mehr Strom als sie verbrauchte. Das ist das Ergebnis einer langjährigen Optimierung.

Energiegewinnung aus Faulgas


In diesem Unternehmen gilt: Je fauler desto besser. Durch den anfallenden Unrat und die daraus entstehenden Faulgase produziert die Kläranlage in Ahrensburg ihre eigene Energie. „Es gibt nicht viele Anlagen in Deutschland, die auf diese Weise vollkommen autonom funktionieren“, sagt Klärwerkleiter Olaf Grönwald. „Wir könnten sogar noch mehr Strom produzieren, als wir benötigen”, so der Leiter, „aber das würde sich wirtschaftlich nicht lohnen.” Bereits seit Anfang der 1990er Jahre wandelt auf dem Gelände ein Blockheizkraftwerk mit drei Modulen anfallende Faulgase in nutzbare Energie um. Die lieferten jedoch nur eine Leistung von etwa 75 Kilowattstunden und deckten damit ein Drittel des benötigten Energiebedarfs ab.
„Da die Energiepreise immer weiter angestiegen sind, haben wir nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht“, so Grönwald. Die Energieanalyse läuft seit 13 Jahren – und trägt nun Früchte. So benötigt die Anlage heute nur noch 2,25 Millionen Kilowatt. Vor einem Jahrzehnt waren es noch rund drei Millionen.

Bürger werden entlastet


Auch zwei der Blockheizkraftwerk-Module wurden gegen effizientere Modelle ausgetauscht. Im laufenden Betrieb speist das Klärwerk Strom ins Netz ein. Nur zu Spitzenzeiten kaufen die Entwässerungsbetriebe Strom dazu. Doch das kommt selten vor. Die Selbstversorgerquote liegt bei 99 Prozent. Um die nötige Menge an Faulgasen zu produzieren, verwertet die Anlage zusätzlich Fettabscheidungen.
Für die Ahrensburger bedeutet die hohe Effizienz bares Geld. Die durch die eigens produzierte Energie eingesparten Mittel werden auf die Bürger umgelegt. „In den letzten Jahren konnten wie die Gebühren von 2,09 Euro auf 1,60 Euro senken”, sagt Olaf Grönwald stolz. „Das ist schon eine enorme Senkung.“
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