Jetzt ist gutes Parken teuer

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Seit Mai ist das Parkhaus Alter Lokschuppen geschlossen, 360 Stellplätze in Ahrensburg fehlen Foto: wb

Nach der Lokschuppen-Sanierung: An der Alten Reitbahn bleibt das Abstellen kostenpflichtig

Ahrensburg Seit Anfang des Monats ist das marode Park&Ride-Parkhaus Alter Lokschuppen am Bahnhof gesperrt. Damit fallen rund 360 Stellplätze weg. Eine Ausgleichsfläche oder – wie eine Idee der Verwaltung vorsah – eine Streichung der Parkgebühren an der Alten Reitbahn wird es bis auf weiteres wohl nicht geben. Dagegen stimmten CDU- und WAB-Fraktion auf der Stadtvertretersitzung vergangene Woche. Einzig zur Ausweisung weiterer Fahrradstellplätze am Bahnhof konnten sich die Stadtvertreter durchringen.
„Es ist schon sehr unbefriedigend, dass es die Verwaltung bislang nicht hinbekommen hat, eine Ausgleichsfläche zu finden“, sagt der Ahrensburger CDU-Vorsitzende Tobias Koch. „Das Problem hätten man viel früher angehen müssen.“ Die Stadt hatte mit mehreren Grundstückseigentümern Verhandlungen geführt, bislang ohne positives Ergebnis. Das Problem besteht offenbar darin, dass sich das Gelände dann nicht versichern lässt – etwa gegen auslaufende Betriebsflüssigkeiten. Auch aus der Ausweisung der Alten Reitbahn als P&R-Fläche wird nichts. „Das schafft auch keine neuen Parkplätze und führt folglich auch zu keiner Entlastung“, sagt Koch, dessen Fraktion bislang eigentlich signalisiert hatte, bei einer Gebührenbefreiung mitzugehen. „Parkende Pendler würden dann die Fahrzeugbesitzer verdrängen, die den Parkplatz jetzt schon nutzen. Das würde das Problem nur verlagern.“ So wären der Stadtkasse aber rund 30.000 Euro Parkgebühren abhanden gekommen. SPD-Fraktion, die Grünen- und FDP-Fraktion stimmten für die Befreiung. Das sei eine Geste des guten Willens gewesen, äußerte sich Jörg Hansen (Grüne). Viele Ahrensburger und Pendler ärgern sich über die Situation.

Pendler sind verärgert


„Es ist unbefriedigend für alle, finde ich“, sagt die Ahrensburgerin Lina Stein. „Ich habe nicht das Gefühl, dass man wirklich an einer Lösung arbeitet. Das scheint mir eher Streit zwischen den Parteien. So ist es auf jeden Fall nicht im Sinne der Bürger gelöst.“Der Hamburger Tom Karlson fährt jeden Tag nach Ahrensburg und von dort aus dann mit der Bahn weiter: „Nach Feierabend erledige ich hier normalerweise auch noch meine Einkäufe, bevor ich zurückfahre. Das geht so aber momentan nicht mehr, wenn man ständig nach Parkplätzen sucht. Ich werde also in den nächsten Wochen gar nicht mehr nach Ahrensburg kommen.“ Viele Ahrensburger sind inzwischen auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umgestiegen. Die Grünen nahmen die Diskussion zum Anlass, einen weiteren Antrag einzureichen: Die Schaffung neuer Fahrradstellplätze am Bahnhof. Das fand fraktionsübergreifende Zustimmung. Um wie viele Stellplätze es sich handelt, ist noch unklar. Es dürften etwa 20 bis 30 werden. (fnf)
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