Jonas‘ Hobby ist das Ehrenamt

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Jonas Laur sitzt vor seiner Schule. Der Jugendliche ist sehr engagiert Foto: bm

17-Jähriger Brunsbeker hat mehrere Ehrenämter und ist auch schulisch engagiert

Von Birgit Maurer
Trittau/Brunsbek. Jonas Laur tritt gut organisiert auf. Um für sein aktuelles Projekt „Schüler helfen leben“ (SHL) zu werben, hat der 17-Jährige zu offiziellen Terminen immer eine Klarsichtmappe mit umfangreichen Material dabei. So auch auf der Ehrenamtsmesse, die kürzlich an seiner Schule, dem Gymnasium Trittau, stattfand. „Wir haben ein paar Interessierte gefunden“, sagt er. Bei SHL arbeiten Schüler einmal im Jahr unentgeltlich bei Firmen oder Privatpersonen. Von den Erlösen werden soziale Projekte in Osteuropa unterstützt. Neben der Schule und seinem Einsatz für SHL findet der 17-Jährige auch noch Zeit für zahlreiche weitere ehrenamtliche Engagements.

Er ist auch Konfliktlotse

In seinem Heimatort ist er Mitglied der Jugendfeuerwehr, war hier auch schon mit elf Jahren Jugendgruppenführer und mit
14 Jahren Jugendgruppenleiter. Außerdem engagiert sich der Brunsbeker in der Schule in verschiedenen Gremien gegen Gewalt und hält Referate auf Jugendkongressen. Mit 15 Jahren kam er zu den Konfliktlotsen, die Streitigkeiten unter Schülern schlichten. Zudem war er Klassencoach, greift dann ein, wenn eine ganze Klasse miteinander nicht klar kommt. Im gewaltpräventiven Ausschuss ist er Vorsitzender. Ein Ausschuss, den ein Freund von ihm gründete, der jetzt ein Auslandsjahr absolviert, und den er fortführt.
„Wir führen zum Beispiel den Anti-Mobbing-Tag durch“, berichtet Jonas. Zudem wirkt der junge Brunsbeker auch als Schülervertreter im kriminalpräventiven Rat in Trittau mit. Zudem ist der 17-Jährige stellvertretender Schülersprecher des Gymnasiums sowie stellvertretender Kreisjugendgruppenleiter der Feuerwehr. „Da bleibt leider nicht mehr viel Zeit für Fußball“, gibt Jonas zu. Auch wenn er viele Aufgaben hat, will er sein ehrenamtliches Engagement nicht missen.

„Das ist mein Hobby, man lernt dabei viel fürs Leben“ Jonas Laur
„Das ist mein Hobby, man lernt dabei viel fürs Leben“, sagt der Schüler überzeugt. Seine schulischen Aufgaben würden halt so mitlaufen. Auch beim Projekt SHL hat der 17-Jährige eine verantwortungsvolle Aufgabe. Derzeit sucht er aus 350 Projekten eines aus, das tatsächlich umgesetzt wird. Finanziert wird es aus den Einnahmen des sozialen Tags, der in diesem Jahr am 3. Juli durchgeführt wird. „Ich habe 70 Projekte zum Lesen bekommen, von denen ich sieben in die nächste Runde schicken darf“, berichtet er. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn immerhin wird so ein Projekt mit etwa 160.000 Euro an Fördergeldern ausgestattet.
Beeindruckt hat Jonas vor allem eine Reise nach Mazedonien im vorigen Jahr. Dort konnte er ein gefördertes Projekt erleben, bei dem in einem Romaviertel ein Jugendhaus betrieben wird. Den Kindern wird hier Nachhilfe, Sport und Kreatives angeboten. „Da wird man schon traurig, wenn man bedenkt, wie viel Projekte man ablehnen muss“, sagt der Brunsbeker. Der 17-Jährige setzt sich auch für Demokratie in der Schule ein. Über dieses Thema hält er Vorträge vor Schülervertretern und Jugendbeiräten. „Oft fühlt man sich von Erwachseen ausgebremst. Die haben oft kein Vertrauen zu Jugendlichen“, sagt er.
Seine Freunde verstehen sein Engagement oder sind selbst aktiv. Andere gucken auch schon mal komisch. „Aber ich mach‘ nicht nur auf sozial“, sagt er. „Feiern gehört auch dazu.“
Nach der Schule will er zum „United World College“ gehen. Das ist eine Schule, an der Jugendliche aller Nationalitäten, Kulturen und sozialen Schichten gemeinsam an einem Ort leben, eine Sprache sprechen und einen international anerkannten Schulabschluss erwerben.

Info:
Schüler Helfen Leben (SHL) gibt es seit 1994 als Verein. Seit 1998 wird der Soziale Tag von SHL organisiert. Einmal jährlich arbeiten Schüler unentgeltlich bei Firmen oder Privatpersonen. Rund 80.000 Schüler machen dabei mit. Seitdem wurden 22 Millionen Euro erarbeitet. Die erste Schülerstiftung Deutschlands wurde 2002 gegründet. Sie hat ein Kapital von sieben Millionen Euro. Damit sollen Projekte über Jahre abgesichert werden. Der Erlös kommt sozialen Projekten in Osteuropa zugute wie Behindertenschulen, Ausbildungszentren und Streetworkingprojekte. (bm)
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