Kampf um den Bredenbeker Teich

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Lothar Frydko, Vorsitzender des Campingvereins, am See. Er will für das Vereinsgelände kämpfen

Camper, Angler, Schwimmer und Golfer sollen das Gelände verlassen, fordert der Eigentümer

Von Claudia Blume
Ahrensburg/ Ammersbek. Um die Nutzung des Bredenbeker Teiches ist ein erbitterter Streit entbrannt. Jan Schwarzkopff, der die Flächen vor einigen Jahren erbte, hat Räumungsklage gegen den Campingverein, der auch das Strandbad betreibt, sowie den Anglerverein und zwei Golfclubs eingereicht. Bis Ende 2014 läuft die Frist, regulär enden die Pachtverträge erst 2018. Das Bizarre ist, dass der Eigentümer bereits vor zwei Jahren alle Pächter aufgefordert hatte, seine Grundstücke zu verlassen.

Eigentümer kassierte weiter Pachtzins

Als sie sich juristisch weigerten, kassierte er stillschweigend weiter den Pachtzins, ohne mit den Betroffenen nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Ohnehin ist es nahezu aussichtslos, mit dem Hamburger in Kontakt zu kommen. Das weiß auch Lothar Frydko, Vorsitzender des Campingvereins: „Wir bieten immer wieder Gespräche an, leider erfolglos. Unsere Mitglieder sind stark verunsichert, einige haben ihren Stellplatz gekündigt. Das bedeutet einen beträchtlichen finanziellen Schaden für den Verein. Wir brauchen Planungssicherheit, immerhin haben wir eine Million Euro in die Ausstattung des Geländes gesteckt.“ Frydko vermutet familiäre Streitigkeiten als Motiv für die Räumungsklage, doch Genaues weiß er nicht. Auch in den Verwaltungen von Ammersbek und Ahrensburg, auf deren Gebiet der See liegt, ist man unsicher. „Die Situation ist sehr unbefriedigend“, so Ammersbeks Bürgermeister Horst Ansén.

Golfclub hat für Loch elf ein Ersatzgelände

Beim Golfclub Hamburg-Ahrensburg stellt man sich auf eine lange Prozessdauer ein, womöglich bis ins Jahr 2018 und hat dennoch vorgesorgt. „Wir haben ein Ersatzgelände für unser markantes Loch elf auf der Teich-Insel gekauft und Planungen für die Platzumgestaltung laufen bereits“, so der Vorsitzende Jürgen Wahl, „wir wollen für alle Fälle gewappnet sein“. Auch die Camper geben sich kämpferisch: „Wir sind anwaltlich gut aufgestellt und gehen gegebenenfalls in Revision“, so Lothar Frydko, „Viele Mitglieder sind hier verwurzelt – ihnen würde man die Lebensgrundlage nehmen.“ Der Vorsitzende schließt den Kauf des Vereinsgeländes nicht aus. „Das Strandbad und der Campingplatz bleiben – auch über 2014 hinaus.“
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