„Katzen kastrieren!“

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Heike Reher mit den zwölf Wochen alten Katzen Luce und Lana. Freilebende Tiere wie diese beiden leiden immer öfter an ernsten Krankheiten. Daher fordert die Tierschützerin eine Kastrationspflicht

Chefin des Tierschutzvereins schlägt Alarm in Nordstormarn

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe. „Wir brauchen endlich eine Kastrationspflicht für Katzen. Darum kommen wir langfristig nicht herum“, fordert Heike Reher, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. 10.000 freilebende Katzen gibt es in Nordstormarn, schätzt sie. Das begünstigt auch die Verbreitung von Krankheiten unter den Tieren.
Viele von ihnen landen irgendwann im Tierheim am Anna-Heitmann-Weg. Manche werden, in Kartons ausgesetzt, neben Müllcontainern gefunden, andere von überforderten Tierhaltern abgegeben oder beim Streunen aufgegriffen. In den vergangenen Monaten häufen sich auch Fälle von Katzenschnupfen, der unbehandelt dramatische Folgen für das Tier haben kann. „Wenn man das vernünftig behandelt, bekommt man das in den Griff“, erklärt Heike Reher und zeigt auf eine Box mit einer Katze und ihren acht Jungen. „Die haben alle Katzenschnupfen und müssen mit Antibiotika behandelt werden.“ Diese Tiere werden nach aller Wahrscheinlichkeit wieder komplett gesund.
Bei Manni und seinem Bruder Michi, beide etwa zehn Wochen alt, kam diese Behandlung zu spät. Bei den beiden Tieren offenbarte sich die ganze Gefährlichkeit der Infektion. „Wir hatten schon einen Fall, in dem die Augäpfel raus geplatzt sind“, sagt Reher. Die Tierschützerin ist verärgert. „Das sind für die Tiere unvorstellbare Schmerzen, die durch rechtzeitige Maßnahmen einfach verhindert werden könnten.“ Mannis rechtes Auge muss entfernt werden. Danach wird er ein relativ normales Katzenleben führen können.
In der Regel tritt Katzenhusten bei freilebenden Katzen auf. Es handelt sich dabei um einen Symptomkomplex, der durch unterschiedliche Erreger hervorgerufen wird, und Nase, Maulhöhle und Augen betrifft.
Heike Reher, Vorsitzende des Tierschutzvereins fordert eine Kastrationspflicht für Katzen. Immer mehr freilebende Tiere in Nordstormarn erkranken ernsthaft. Gerade grassiert in der Region der Katzenschnupfen. In 236 deutschen Städten und Gemeinden ist die Kastration bereits gesetzlich vorgeschrieben. Hier gehen die Gemeinden nach Meinung der Tierschützer viel zu locker mit dem Thema um. So wird nicht mal die Kastration von Fundtieren von der Kommune übernommen. Die Kosten muss der Tierschutzverein tragen. Der Betrieb des Tierheims in der Kreisstadt kostet jährlich rund 150.000 Euro. 40.000 Euro davon werden von der Stadt, dem Amt Bad Oldesloe-Land, dem Amt Nordstormarn und der Stadt Reinfeld beigesteuert. Der Rest muss mit Spendengeldern bestritten werden. Derzeit bietet das Tierheim rund 95 Katzen Asyl – 30 mehr als es Plätze gibt. Damit eine Besserung der Lage eintritt, appelliert Heike Reher an alle Katzenbesitzer, ihre Tiere sterilisieren beziehungsweise kastrieren zu lassen. „Das ist ein wichtiger Beitrag für den Tierschutz.“
Wer einer Katze, einem Hund oder einem Nager aus dem Tierheim ein neues Zuhause bieten möchte, findet nähere Informationen unter www.tierschutz-badoldesloe.de. (fnf)
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