Kein Weihnachtsmarkt

Anzeige
Viele Besucher spazierten in den letzten Jahren über den Weihnachtsmarkt rund um die Lütjenseer Tymmo-Kirche. In diesem Jahr fällt er aus, es gibt zu wenig freiwillige Helfer. Foto: hfr
 
Weihnachtsstimmung rund um die Tymmo-Kirche wird es in diesem Jahr nicht geben. Foto: hfr

Zu wenig Freiwillige, Lütjenseer Adventsfest fällt aus

Lütjensee. Das gemütliche Ambiente des Weihnachtsmarktes rund um die Tymmo-Kirche und den Kindergarten war beliebt bei Lütjenseeern und Auswärtigen, um am ersten Advent die Weihnachtszeit mit einem Bummel bei Glühwein und Grillwurst einzuläuten. Doch in diesem Jahr wird es das nicht geben, denn es gibt zu wenige Helfer. „Wir hätten es von Herzen gerne gemacht und noch vor ein paar Tagen zusammen gesessen, doch wir schaffen es nicht“, erklärt Kindergartenleiterin Katja Lindemann. Zuständig für die Organisation war in den vergangenen Jahren immer der Kindergartenförderverein, der überwiegend von Eltern der Kindergartenkinder getragen wird. Heutzutage sind im Gegensatz zu den Anfangszeiten des Marktes jedoch 90 Prozent der Eltern der derzeit 120 Kinder, die in der Kita in sieben Gruppen betreut werden, berufstätig. Da ist es nicht zu schaffen, nebenbei einen aufwändigen Markt zu organisieren. „Wir hatten letztes Jahr 40 Stände, es kommen laufend persönliche Nachfragen der Aussteller, viele wollen sich den Standort vorher ansehen. Zudem muss eingekauft und auf- sowie abgebaut werden, das schafft man nicht mehr, wenn man berufstätig ist“, so Lindemann.
Zudem brauchen die Organisatoren mindestens 60 Helfer, um den Markt über die Bühne zu bringen. Es gibt zu wenig Freiwillige. Das ist das Aus für den Lütjenseer Weihnachtsmarkt. Gerade mal
38 Freiwillige wollten vergangenes Jahr bei der Organisation und Durchführung des Marktes mithelfen. Das ist das Aus für den Lütjenseer Weihnachtsmarkt. „Wir waren hier am Limit“ sagt eine Kindergartenmitarbeiterin. Bis um Mitternacht haben die Erzieherinnen nach dem ersten Tag den Kindergarten gesäubert, um den nächsten Tag über die Bühne zu bringen.
„Ich selbst war 17 Stunden auf den Beinen, eine Mitarbeiterin ist krank geworden vor Erschöpfung“, berichtet Katja Lindemann. Ein weiteres Problem ist die Vorfinanzierung der Einkäufe wie Würstchen, Kaffee und Glühwein. Früher gab es Eltern mit „Beziehungen“, wo auch erst nach dem Markt bezahlt werden konnte, doch die Kinder sind inzwischen nicht mehr im Kindergarten. Insofern müsste auf eigene Kosten vorfinanziert werden bei vollem Risiko.
Die viele Arbeit hinter den Kulissen wird von den Besuchern oft gar nicht wahrgenommen. Hinzu kommt auch, dass die Eltern einen Tag Schließung der Kita in Kauf nehmen müssten nach dem Markt, weil abgebaut und sauber gemacht werden muss. Auch das können viele Eltern nicht leisten.
Die 2. Vorsitzende des Kindergartenfördervereins, Julia Thormann, teilte mit, dass ein neues Konzept für den Markt erarbeitet werden soll. „Wir erhoffen uns, ein Komitee gründen zu können, dass sich nur um den Weihnachtsmarkt kümmert“, sagt Katja Lindemann. Für den Kindergarten könnte der Wegfall auch weitere Konsequenzen haben. Bislang wir ein FSJ-lerin über den Förderverein aus den Erlösen des Weihnachtsmarktes bezahlt. In diesem Jahr wird sie über Spenden finanziert. Doch ob das so weitergeht, sollte es keinen Weihnachtsmarkt mehr geben, ist fraglich. Dann wird man mit den planmäßigen 1,5 Stellen pro Gruppe auskommen müssen. (bm)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige