Kirche wird Kapelle

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Pastor Mathias Heitmann (v.l.), Jens Dittmers (Kirchengemeinderat), Bürgermeister Jens Feldhusen und Pastorin Anke Schäfer vor der Kirche Foto:bm

Veränderung nach Besucherschwund. Krippe geplant

Witzhave. Die Bethlehemkirche wird zur Kapelle: Das hat die Kirchengemeinde Trittau mit Zustimmung der Landeskirche beschlossen. Die Gemeinde Witzhave hat das 3000 Quadratmeter große Gelände der stark renovierungsbedürftigen Kirche für 50.000 Euro gekauft. „Auf dem Gelände soll eine Krippe für zwei Gruppen entstehen“, sagt Bürgermeister Jens Feldhusen. Zudem wird eine Tagesmutter in die Räumlichkeiten einziehen. Kosten für die Gemeinde etwa 800.000 Euro.

Pastorin vor leerer Kirche

Zudem soll die Kirche saniert werden. Eine neue Heizung und eine Turmsanierung sind nötig. Anschließend soll die Kapelle weiter für Trauerfeiern genutzt werden. Der Friedhof liegt gleich nebenan. „Das war den Witzhavern wichtig, weiterhin eine Stelle für die Feiern zu haben“, berichtet Pastorin Anke Schäfer. Der Bürgermeister kann sich in Zukunft auch Konzerte und Lesungen dort vorstellen.
Als die Bethlehemkirche 1967 geweiht wurde, kamen 15 bis 20 Menschen pro Gottesdienst, der zwei Mal im Monat abgehalten wurde. Jetzt wohnen in Witzhave mit 1450 Einwohnern zwar inzwischen doppelt so viele Menschen wie damals, aber die Kirche besuchten immer weniger. „Nur noch besondere Gottesdienste zu Weihnachten, zum Erntedank und im Advent wurden besser besucht“, berichtet Anke Schäfer. Manchmal stand sie auch vor einer ganz leeren Kirche und konnte wieder nach Hause fahren.
Seit zehn Jahren gibt es daher Pläne, die Kirche zu entwidmen, sie anschließend abzureißen oder anders zu nutzen. 2010 erfolgt der Beschluss der Kirchengemeinderates, jetzt stimmte auch die Landeskirche den Plänen zu. „Das lag daran, dass wir die erste Kirche sind, die nicht komplett anders genutzt wird, sondern als Kapelle weiter bestehen soll“, erklärt Jens Dittmers, stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Er führte die Verhandlungen mit Bürgermeister Feldhusen.
Demnach bleiben der Altar und das Kreuz sowie Betonreliefs der Künstlerin Karin Hertz in der Kapelle, Kirchenutensilien wie Taufbecken, Abendmahlsgerät und Bibel kommen in die Martin-Luther-Kirche. „Warum einiges in der Kapelle bleibt, musste ausführlich begründet werden“, so Dittmers. Als die Bürger erstmals über die Abrisspläne informiert wurden, bleiben sie gefasst. „Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Kirche an der Stelle nicht nötig ist“, sagt Anke Schäfer. Viele würden ihre Kinder ohnehin in der Trittauer Kirche taufen lassen.Der günstige Kaufpreis ist auf 35 Jahre festgeschrieben. Sollte in dieser Zeit die Gemeinde dort Wohnungsbau oder eine gewerbliche Nutzung beschließen, wird nachgezahlt. „Beide Seiten haben an der Umwidmung keine wirtschaftlichen Interessen“, betont Pastor Matthias Heitmann.
Im Umkreis sind bereits vor ein paar Jahren je eine Kirche in Brunsbek und in Bargteheide entwidmet worden. Die Entwidmung der Ahrensburger St. Johannes Kirche soll Ende Juni erfolgen. Allerdings gibt es dort großen Widerstand dagegen. (bm)
Entwidmungsgottesdienst, 13. Juni, 19 Uhr
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