Konzept für besseres Klima

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Zu viel Verkehr in Ahrensburg: Das Klimaschutzkonzept soll Abhilfe schaffenSymbolfoto: fnf
 
Dipl.-Ing. Volker Broekmans (v.l.) überreichte Bürgermeister Michael Sarach (Mitte) und Roland Wilde das neue Klimaschutzkonzept Foto: fnf

Ahrensburg will bis 2020 den Ausstoß von CO2-Emmissionen um 20 Prozent senken

Ahrensburg Viel Verkehr und CO2-ausstoßende Geländewagen in der Innenstadt, wenig Ambitionen beim Stromsparen, dafür ganz vorne bei der Wärmeeffizienz. Die Schlossstadt hat ein frisches Klimaschutzkonzept, das haarklein die positiven und negativen Entwicklungen in Sachen saubere Luft und Energie aufzeigt – Lösungsansätze inklusive.
Es ist ein beachtlicher Wälzer, den Diplom-Ingenieur Volker Broekmans mit seinem Team von der Firma „bofest consult“ und tatkräftiger Unterstützung der Stadtverwaltung über die letzten zwei Jahre erarbeitete. Den Lesestoff überreichte er nun Bürgermeister Michael Sarach. Zusammengefasst: So schlecht ist das Klima in Ahrensburg nicht – aber es gibt Nachholbedarf. „Das Klimakonzept wird eine kräftige Wirkung für unsere Stadt haben“, ist Michael Sarach überzeugt. „Das Konzept zeigt, dass unsere vorhandenen lokalen Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft sind. Die ersten wesentlichen Schritte sind getan und der weitere Weg ist klar definiert.“
Ahrensburg hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Maßnahmen ergriffen, um die CO2-Emissionen zu senken. Dabei fehlte es bislang an Struktur. Das Energie- und Klimaschutzkonzept soll die Grundlage für eine lokale, qualitativ hochwertige und nachhaltige Klimaschutzarbeit schaffen. Wesentlicher Grundgedanke ist, kommunales Handeln mit den Aktivitäten und Interessen aller relevanten lokalen Akteure zu verbinden. „Das Konzept zeigt die positiven und negativen Punkte und formuliert konkrete Lösungsansätze. Wir haben einige spannende Erkenntnisse gewonnen“, sagt Volker Broekmans. In vielen Bereichen, wie etwa beim Wärmeverbrauch oder der CO2-Bilanz von Wirtschaftsunternehmen, steht Ahrensburg gut da. Kritisch ist der hohe Individualverkehr. Die Tendenz geht zum Zweit- oder Dritt-Fahrzeug.

20 Prozent weniger CO2-Emmissionen


„Eine Untersuchung zeigt, dass 80 Prozent des Verkehrs durch Fahrten innerhalb der Stadt entstehen“, so Bürgermeister Sarach. Es müsse eine Sensibilisierung stattfinden und Alternativen geschaffen werden. Das betrifft insbesondere das Radwegenetz. Ladestationen für E-Bikes im Innenstadtbereich könnten den Prozess vorantreiben. Das Klimaschutzkonzept formuliert ein klares und ambitioniertes Ziel: Eine Senkung der CO2-Emmissionen bis 2020 – also innerhalb von fünf Jahren – um 20 Prozent. Dies bezieht sich insbesondere auf die Bereiche Haushalte, Verkehr und kommunale Infrastruktur.
Außerdem sieht das Konzept vor, die Sanierungsquote bei Wohngebäuden zu erhöhen. Ein Lösungsansatz ist dabei eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Energieberatung, die für die Sensibilisierung der Bevölkerung sorgt und die Motivation zur Umsetzung von energetischen Sanierungsarbeiten steigert. Broekmans sieht dabei auch die Stadt selbst in einer Vorbildfunktion: „Die energetische Sanierung des Rathauses ist da ein Leuchtturmprojekt.“ Auch könne das Nahwärmenetz ausgebaut werden, das Badlantic mit einem Blockheizkraftwerk betrieben werden, an das auch Wohnhäuser in der Umgebung angeschlossen werden könnten.
Ein weiterer zentraler Punkt ist auch die Energieerzeugung selbst. So gibt es in Ahrensburg vergleichsweise wenig Solar-Kollektoren. Mit einem Photovoltaik-Kataster, in dem für die Erzeugung von Solarenergie nutzbare Flächen eingetragen sind, könnte die Quote gesteigert werden. Das Konzept steht, jetzt geht es an die Umsetzung. „Bei dem Thema müssen wir uns alle auch an die eigene Nase fassen. Wir schaffen das nur, wenn sich alle Bürger daran beteiligen“, so Sarach. (fnf)
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