Kreative Woche im Marstall

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Ursula Freitag legt hinterm Marstall mit Gips behandelte Leinenstücke aus
 
Susanne von Rönn zeigt, welche Spuren Verletzungen hinterlassen Fotos: M. Keil

17 Künstlerinnen arbeiten zum Thema „Spuren“. Ausstellung 21./ 22. Juni

Von Manuela Keil
Ahrensburg Sie kneten, malen und gestalten: 17 Künstlerinnen arbeiten eine Woche lang im Großatelier in der 16. Sommerwerkstatt im Marstall - täglich von 11 bis 18 Uhr. Zum Abschluss werden die Arbeiten am 21. und 22. Juni präsentiert. Das Thema in diesem Jahr lautet Spuren, das von den acht Gewerken Malerei, Installation, Keramik, Objekte, Textilgestaltung, Collage, Siebdruck und Skulpturen sehr unterschiedlich umgesetzt wird.

Figuren aus Ton

Für Susanne von Rönn, die aus Ton Figuren und Köpfe formt, geht es dabei um Spuren des Alters, Folgen der Völlerei und Blessuren, die Kämpfe hinterlassen. Sie arbeitet an einer Skulptur, die eine Binde trägt und ein geschwollenes Auge hat.
Ursula Freitag hat sich der Land Art verschrieben. Sie lässt die Natur Spuren hinterlassen und fotografiert ihre Objekte, denn ihre Kunst ist vergänglich. Sie muss für ihre Arbeit viel Geduld mitbringen. Zwar hinterlasse auch Sonnenschein Spuren auf Baumrinde. Lieber sei ihr jedoch Regen wie im vergangenen Jahr, berichtet sie. „Mit Ahrensburger Regen könnte ich jetzt ganze Seen fotografieren.“
Heide Kiesbye fertigt kleine Objekte als Erinnerung an Verstorbene: So werden Texte, die sie zu Hause vorbereitet hat, in schwarze Schächtelchen gelegt, die wiederum individuell gestaltet werden. Die Keramikerin Katrin Schober arbeitet an einer „Horde Menschen“ wie sie es nennt, viele etwa 30 Zentimeter große Figuren. Diese sollen nach einer Woche auf eine Gruppe von etwa 30 Figuren angewachsen sein und im Kreis um eine Ansammlung von Müll aufgestellt werden, „Müll, den wir hier hinterlassen als Spuren der Aussteller“, sagt Katrin Schober.
Bei der Arbeit in dem Großatelier gehe es jedoch nicht nur um viele schöne künstlerische Arbeiten. Es ist auch eine Findungswoche. „Wir experimentieren und probieren Neues aus“, sagt Gabriele Zuther, die Siebdruck auf Seide und Papier macht und auf Fahrradtouren Erinnerungsspuren sammelt. So hat sie mit einer speziellen Kreide Kanaldeckel auf Siebdruckgaze gebracht und verarbeitet diese Abdrücke nun im Marstall weiter.

Eine Woche voller Austausch

Die pensionierte Kunsterzieherin Annegret Deuker grundiert zunächst Nessel und bringt mit einem Rakel (Kratzeisen) Farbe auf bestimmte Werkzeuge wie beispielsweise einen Abstreicher, den man beim Tapezieren benutzt. Die dabei entstehenden Materialspuren arbeitet sie weiter aus und coloriert sie.
Alle Künstlerinnen haben bereits zahlreiche Ausstellungen gehabt. „Uns ist ein hohes künstlerisches Niveau in der Sommerwerkstatt wichtig“, sagt Maja Laban, die zum Viererteam der Organisatoren gehört. Übrigens: In den vergangenen Jahren waren auch Männer unter den Teilnehmern. In einem sind sich die Frauen einig: Diese Woche ist ein Geschenk. An Zeit für neue Erfahrungen, Austausch und Gemeinsamkeiten – jeder bringt außerdem täglich etwas für das Buffet mit – und es entstehen neue Kunstwerke. „Ich bin zwar jeden Abend erschöpft, aber auf eine wohltuende Weise“, sagt Susanne von Rönn.
Am Sonnabend, 21. Juni, 14 bis 18 Uhr und Sonntag, 22 Juni, von 11 bis 17 Uhr werden die Arbeiten ausgestellt und können erworben werden.
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