„Kürzlich Opa geworden“

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Walter Nussel in seinem Büro der Trittauer Verwaltung. Seine Amtszeit ist in einem knappen Monat beendet Foto: msa

Bürgermeister Nussel gibt am 14. August sein Amt ab und hat neue Pläne

Von Michael Sakrzewski
Trittau. Bürgermeister Walter Nussel wird am 14. August seine letzte offizielle Amtshandlung vornehmen und „das Staffelholz“ an seinen frisch gewählten Nachfolger Oliver Mesch übergeben. Der 64-Jährige sprach mit dem Wochenblatt über seine Erfolge und Pläne.

WB: Herr Bürgermeister, können Sie sich an Ihren ersten Tag im Rathaus erinnern?
W.N.: Ich kam 1983 „vom Kreis“ und stellte mich an meinem ersten Tag als neuer Büroleiter bei Bürgermeister Jochim Schop vor, mit dem es über Jahre eine gute Zusammenarbeit gab.

WB: Welches war das schwierigste Projekt Ihrer Amtszeit?
W.N.: Die Realisierung der „Entlastungsstraße“ für Trittau war über Jahre ein schwieriges Projekt. Obwohl die Genehmigung der Straße 2002 im Planfeststellungsbeschluss (Landesbetrieb Straßenbau) verabschiedet war, zog sich der Baubeginn in die Länge, denn 2003 kippte die CDU mit elf von 19 Stimmen den Beschluss und sperrte sich gegen das Vorhaben. Es folgten „Freitagsdemos“ einer Bürgerinitiative auf dem Europaplatz, die dann erst 2005 dazu führte, dass ein Kompromiss aus allen Fraktionen die Wende brachte. Die Sitzung ging bis spät nach Mitternacht.

WB: Haben Sie einen Lieblingsplatz in der Gemeinde?
W.N.: Ich sitze sehr gern auf meiner Terrasse, von der ich auf das Naturschutzgebiet schauen kann – früher konnte ich auch das Schilf bis zur Aue sehen – heute ist leider alles zugewachsen. Aber auch die Wassermühle und der Mühlenteich sind ein Ort, an dem ich mich sehr gern aufhalte. Das Kunst- und Kulturhaus hat zu meinem Kunstverständnis beigetragen – dies ist eine große persönliche und ideelle Bereicherung für mich.

WB: Nehmen Sie etwas Persönliches aus dem Büro mit nach Hause?
W.N.: Ja, in meinem Büro hängen zwei Lithographien der Malerin Irmgard Gottschlich, es sind persönliche Geschenke der Künstlerin an mich, die mein Kunstverständnis verbessert hat – ich hänge sehr an den Bildern.

WB: Was werden Sie im Ruhestand unternehmen?
W.N.: Ich bin gerade zum ersten Mal stolzer Opa geworden und meinem Enkel Jakob, der erst ein paar Wochen alt ist, werde ich viel Zeit schenken – darauf freue ich mich sehr. Aber auch bei meiner Gartenarbeit besteht ein gewisser Nachholbedarf und ich möchte die Zeit finden, um alte Freundschaften mehr zu pflegen, als es die letzten zwölf Jahre möglich war, mit meiner Frau mal wieder dorthin zu reisen, wo wir lange nicht gewesen sind und ehrenamtlich für die Bürgerstiftung der Sparkasse Holstein arbeiten.

Werdegang:
Walter Nussel führte nach seinem Dienstantritt am 15. August 2002 zwölf Jahre lang die Trittauer Verwaltung (Wiederwahl 2008). Zuvor war der gelernte Verwaltungsfachmann seit 1983 bis zu seiner Wahl als Bürgermeister, Büroleitender Beamter in der Trittauer Verwaltung.
Nach Jochim Schop (1978 bis 2012) ist Nussel der zweite parteilose Bürgermeister der Gemeinde. 2013 gab er bekannt, dass er nicht mehr für eine weitere Amtsperiode kandidieren werde. (msa)
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