Kulturgut erhalten

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Maike Franell (l.) und Hannelies Ettrich zeigen die restaurierten Werke. Franell: „Dokumente mit einem unschätzbaren Wert für die Heimatkunde“ Foto: cs

Stadtarchiv gibt 17.000 Euro für Restaurierung von Archiv-Schätzen aus

Von Christina Schlie
Bargteheide
Es ist nicht nur eine ganze Stange Geld, es zeigt die Bedeutung der heimatkundlichen Schätze, die im Bargteheider Stadtarchiv schlummern. 17.000 Euro Fördermittel erhielt die Stadt vom Land Schleswig-Holstein zur Entsäuerung, Digitalisierung, Verfilmung und Restaurierung von Dokumenten. Historikerin Hannelies Ettrich und Maike Franell, Leiterin des Haupt- und Ordnungsamtes hatten sieben Anträge auf Förderung gestellt. Alle wurden genehmigt. „Die Voraussetzungen waren, dass die Archivalien eine wichtige Quelle der Ortsgeschichte und ein Unikat sind“, sagt Hannelies Ettrich. Bevor die Stadtverwaltung aus dem Utspann ins Rathaus umgezogen ist, wurden viele Dokumente auf dem Dachboden gelagert. „Keine optimalen Voraussetzungen“, sagt die Historikerin. Alle Papiere wurden gesichtet und neu archiviert. Gefunden wurde Vieles, was einen unschätzbaren Wert für die Heimatgeschichte belegt. Teils verschimmelt und in einem schlechten Zustand mussten die Unterlagen restauriert werden, um für die Zukunft erhalten zu werden.

Akten dokumentieren Zeitgeschichte


113 Verzeichniseinheiten des Standesamtes Bargteheide von 1874 bis 1956 wurden entsäuert, um den Verfall durch Säurefraß aufzuhalten. 100 Kilogramm Papier in 38 Archivkartons. „Die Akten dokumentieren die Entwicklung des Standeswesens und sind eine wichtige Quelle zur Ergänzung der Personalakten“, sagt Ettrich. Zusätzlich wurden 21 Handbücher der Gemeindekasse restauriert. Sie enthalten handgeschriebene Haushaltpläne mit Einnahmen und Ausgaben. Ein Protokollbuch des Schulcollegiums der Jahre 1865 bis 1933 als eine wesentliche Quelle der Schulgeschichte des Ortes wurde digitalisiert. „Besonders daran, das Protokollbuch wurde von Pastor Gottfried Barlach geführt, dem Großvater des Bildhauers Ernst Barlach“, so Ettrich. Außerdem gehren das Dorfschaftsbuch der Jahre 1869 bis 1870, das Gemeindevertreterprotokollbuch sowie ein Verzeichnis der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft von Bargteheide der Jahre 1936 bis 952 zu den bearbeiteten Dokumenten. Besonders beeindruck war die Historikerin von den Akten der Sozialdemokratie Bargteheide – Jersbek aus den Jahren 1891 bis 1932. Hier wurde die Bespitzelung während der Nazi-Zeit dokumentiert. In Zukunft werden alle restaurieren Akten in spezielle Kartons verpackt und im Magazinraum der Stadt archiviert. Hier wird das Raumklima sorgfältig kontrolliert, so dass die Dokumente optimal geschützt sind, so Ettrich.
Auch 2016 plant die engagierte Historikerin, weitere Fördermittel für restaurierungsbedürftige Archivschätze zu beantragen.
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