Leben in und mit der Natur

Anzeige
Der Bauwagen von Nora Morgenroth (zweite von links) ist neu auf dem Gelände. Sie ist gerade dabei, die Innenwände mit Lerche zu verkleiden. Mit dabei (v.l.) Hannes Neuhaus, Ronja Knudsen, Martin Seyrl und Diego Di Fausto.Fotos: cs

Stormarner Studenten stellen ihr Bauwagenprojekt vor

Bargteheide. Leuchtend bunt stehen acht Bauwagen im Halbkreis auf der Wiese. Dazwischen schnattern drei Laufenten, eine Katze zieht friedlich ihre Runden. Eine große Fundgrube an noch zu reparierenden Fahrrädern, ebenso wie gestapeltes Holz, Latten und Steine lassen auf reichlich Arbeit schließen. Aus dem neusten Bauwagen ist lautes Hämmern zu hören, ansonsten ist es still auf dem Gelände auf der Wiese Am Bornberg.
Der Verein Natur Leben e.V. wagt hier ein alternatives Experiment. „Die Freizeit nachhaltig gestalten. Sich in der Natur verwirklichen und von ihr lernen“, beschreibt Hannes Neuhaus, Vorsitzender des Vereins, die Ideale der siebenköpfigen Truppe. Begonnen hatte alles vor einem Jahr. Bereits 2011 gründeten die Stormarner Studenten den Verein und waren seitdem auf der Suche, nach einem geeigneten Platz für die Umsetzung ihrer Ideen. Im Mai 2012 konnte die Gruppe das 3500 Quadratmeter große Gelände von den Stormarner Werkstätten pachten.

3500 Quadratmeter Fläche

400 Euro kostet die Pacht im Jahr, um „sich der Ernsthaftigkeit der jungen Leute zu versichern“, wie Frank Michelsen, Einrichtungsleiter der Stormarner Werkstätten in Ahrensburg betont. Die Idee und die Umsetzung findet auch er auf „jeden Fall unterstützenswert“. Das Gelände gehört einem privaten Investor. Wenn dieser die Fläche irgendwann bebauen möchte, muss der Verein weichen. Doch das soll noch sechs bis sieben Jahre dauern, sagen die Baucamper.
Getan hat sich im Laufe eines Jahres schon eine ganze Menge, dabei haben die Fünf ganz unterschiedliche Erfahrungen gesammelt.
Die Idee, eigenen Strom zu erzeugen scheiterte an der Konstruktion. Sie hielt dem ersten starken Herbststurm nicht stand. Auch die Idee eines alternativen Kühlschranks, einem tiefen Loch in der Erde, wurde nach
1,50 Meter graben verworfen. „Das war wirklich anstrengend“, so Vereinsmitglied Martin Seyrl. Umgesetzt und zur Freude aller hingegen wurde das voll funktionsfähige Kompostklo. Eine kleine, erhöhte Holzhütte, gut belüftet und mit Stroh bedeckt. „Da wird alles restlos verwertet und stinkt nicht“, sagt Hannes Neuhaus. Es rieche eher nach Waldboden oder Moor Die Anleitung dazu bekam das Team aus dem Buch „Einfälle statt Abfälle“. Daraus wollen sie auch im Frühjahr eine Regenbewässerung für ihre Gemüsebeete bauen. Der Umgang mit natürlichen Ressourcen und das Gemeinschaftsgefühl sind der Gruppe wichtig.
Im vergangenen Jahr wurde bereits gemeinsam angebautes und geerntetes Gemüse eingekocht. „Wir hatten Zucchini in den unterschiedlichsten Varianten“, erinnert sich Ronja Knudsen.

Guter Kontakt zu Nachbarn

„Leben und Leben lassen“, das ist den Baucampern wichtig. Auch der gute Kontakt zu den Nachbarn gehöre dazu. Deshalb planen sie für den Sommer ein Fest, bei dem sich dem alle Interessierten ihren eigenen Eindruck vom Projekt „Natur Leben“ machen können. ra.com. (cs)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige