Leidenschaft, Herausforderungen und Erfolge

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Ein Gebirgslauf stellt viele Anforderungen an die Läufer. Besonders wichtig ist neben Kondition und Kraft, die Konzentration zu behalten.Fotos: pi
 
Für einen Gebirgslauf braucht Holger Radtke Laufschuhe mit anderem Profil, auch Stöcke und Rucksack gehören dann zur Ausstattung.

Holger Radtke auf dem Weg zum Gipfelstürmer

Lütjensee. Wenn Holger Radtke sich die Schnürsenkel seiner Laufschuhe bindet, ist es noch früh am Morgen. Der Lütjenseer startet seinen Tag mit einer ausgedehnten Laufrunde. Er genießt die Ruhe, der Tag beginnt erst wach zu werden.
Regelmäßiges Training ist für den Marathonläufer wichtig. Vier bis sechs Paar Laufschuhe verbraucht er jährlich. Schuld daran sind die Leidenschaft am Lauf und der Hunger nach immer neuen Herausforderungen und Erfolgen. In diesem Jahr hat der Vierzigjährige eine neues Highlight für sich entdeckt und am 4-Trail-Run teilgenommen.
Der Gebirgslauf über vier Tage zählt in Deutschland zu den härtesten seiner Art und ist etwa 152,1 Kilometer lang. Und klar, seine 9.376 Höhenmeter schrecken so manchen ambitionierten Läufer ab. Den Teilnehmern bietet er nicht nur sportliche Höhepunkte sondern zudem ein fantastisches Naturerlebnis, denn es geht durch die schönsten Gebirge Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.
Holger Radtke hat dafür fast jeden Tag trainiert. Tempotraining wurde durch Kraft- und Konditionstraining ersetzt. Dazu gehörten bis zu vier Stunden auf dem Mountain-Bike, etwa zwei Stunden Laufen und „sein Sondertraining“, den Hügel und Turm in der Hahnheide für zweieinhalb Stunden ununterbrochen rauf, runter, rauf zu laufen. Da bleibt einem die Luft weg, nicht so Holger Radtke.
„Beim Start in Garmisch Partenkirchen war mir trotzdem etwas mulmig“, meint der Immobilienmakler. „Es waren hochkarätige Läufer von Olympiateilnehmerin bis zu einem Berglaufweltmeister aus Frankreich unter den 350 Teilnehmern. Die waren durchschnittlich alle zehn Kilo leichter und hatten ein Trainingslager in den Alpen hinter sich. Meine letzte Vorbereitung dagegen war ein Halbmarathon. Den habe ich allerdings gewonnen.“
Viel Zeit zum Überlegen war am Start nicht. Alles ging gut und der Körper gewöhnte sich schnell an die extremen Belastungen. Auf der letzten Etappe machten dem Lütjenseer die oft schmalen, unwegsamen Gebirgswege mit Wurzelwerk und Felssteinen fast nicht mehr zu schaffen. „Ich bin zum Schluss wie eine Wildsau runter gelaufen“, sagt der Läufer überzeugt. „Dabei mussten allein am letzten Tag noch 44,5 km und etwa 2.900 Höhenmeter absolviert werden. „Ich wurde mit jedem Tag besser, so dass die Königsetappe am Ende sogar meine Beste wurde.“ Von den 350 Teilnehmern schafften es nur 290 Läufer. Darunter Holger Radtke, der sich sogar im ersten Drittel platzieren konnte. Ist aus dem Flachländer nun ein „Gipfelstürmer“ geworden? „Das Erlebnis bleibt bei mir auf jeden Fall für immer präsent und wird sicher wiederholt“, meint Holger Radtke. „Es hat einfach alles gestimmt. Das Wetter, die Toporganisation und vor allem die Trails, die meist abseits der Forst- und Wanderwege waren und somit extrem anspruchsvoll. Die tollen Ausblicke auf die Alpengipfel haben für vieles entschädigt.“ Jetzt muss sich der Lütjenseer wieder auf Tempoläufe umstellen, denn er startet Anfang Oktober beim Bremer Marathon. Neben dem normalen Training nimmt er zur Vorbereitung an zwei Zehnkilometerläufen und sowie einem Halbmarathon in Schwarzenbek teil. Saisonabschluss bildet Mitte November der Marathon in Valencia. Doch jetzt muss der Läufer sich sputen, um es noch pünktlich zur Arbeit zu schaffen. Auf geht’s. (fp)
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