Letzte Ruhe unter großer Eiche

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Friedhofsgärtner Ralf Kippenberg und Bürgermeister Walter Nussel präsentieren die Stelle, auf der Namensplaketten der Verstorbenen angebracht werden. Foto: Maurer

Auf dem Südfriedhof halten moderne Begräbnisformen Einzug

Von Birigt Maurer
Trittau. Weil viele Menschen heute keine Zeit mehr haben, die Gräber zu pflegen, werden die moderne Begräbnisformen immer beliebter. Neben den normalen Einzelgräbern für Erd- und Urnenbestattungen sowie dem anonymen Begräbnisfeld wird jetzt auch eine so genannte „halbanonyme“ Rasenbestattung angeboten.
Hierbei wird ein Stein mit Namen in das Rasenfeld eingelassen, auf dem Angehörige Blumen legen dürfen. Es darf aber nichts eingepflanzt werden, um die Pflege nicht zu behindern. „Dieses Feld gibt es erst seit zweieinhalb Jahren, vorher wurde ich mit Anfragen danach bestürmt“, sagt Friedhofsgärtner Ralf Kippenberg. Es hat sich zur beliebtesten Begräbnisform entwickelt, weil es pflegeleicht ist und doch den Angehörigen einen Ort zum Trauern gibt. „Mit den völlig anonymen Bestattungen kommen zwar etwa 60 Prozent der Hinterbliebenen klar, die anderen leiden aber um so mehr und fragen mich oft, ob ich nicht wüsste, wo die Urne vergraben wurde“, sagt Kippenberg. Das darf er natürlich nicht preis geben, verrät nur, das auf diesem Rasenstück Hunderte Urnen liegen. Oft haben die Verstorbenen das anonyme Grab gewollt. Er selbst hat für sich auch ein Rasengrab geplant. „Man muss frühzeitig über den Tod sprechen und alles planen, damit es nachher so läuft, wie man will“, empfiehlt der 45-Jährige. Ein Rasengrab mit Stein kostet etwa 1050 Euro.
Ganz neu ist auch das Baumgrab rund um eine mächtige Eiche. Erst im Januar wurde diese Bestattungsart von der Gemeinde genehmigt. In einem Kreis werden die Grabstellen auf der hellen Fläche angeordnet, maximal werden es 30 Gräber. Bis jetzt ist erst ein Stein vorhanden. Das Baumgrab kostet 1000 Euro.
Ebenfalls neu ist auch das Urnengemeinschaftsfeld. Hier werden die Namen der Verstorbenen auf einem Metallschild auf einer Stele verewigt. Auch dieses Grab kostet 1000 Euro. Auf dem Friedhof gibt es etwa 1000 Gräber, 52 Prozent sind Urnengräber, 48 Prozent Erdbestattungen. Die Erdbestattungsgräber werden für 25 Jahre, die Urnengräber für 20 Jahre gemietet. Kippenberg gibt gerne Tipps, wie auch ein größeres Grab pflegeleicht zu bepflanzen ist. Zudem gibt es die Möglichkeit, so genannte „verkürzte“ Grabstätten zu nehmen.
Auch gärtnerisch bietet der Südfriedhof einige Besonderheiten, was der Fantasie des Friedhofsgärtners zu verdanken ist. Er ist seit fünf Jahren dort tätig und hat sich einerseits zur Aufgabe gemacht, deutsche Gehölze wie die Elsbeere oder die europäische Lärche anzupflanzen, schwärmt andererseits aber auch von seltenen Nadelbäumen wie den Bergmammut, der normalerweise an der Atlantikküste gedeiht, den Urweltmammutbaum, der bis zu 35 Meter hoch wird und zu den Nadelgehölzen gehört, die ihre Nadeln abwerfen, und der Sumpfzypresse, die sogar schweren Stürmen in Louisiana standhielt.
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