Markt-Umzug auf Eis

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Günter Stiehler, stellvertretender Vorsitzender der Marktgemeinschaft, vor seinem Imbisswagen. Ihn beunruhigt, wie viele Händler, die Frage, wo der Wochenmarkt künftig stattfindet Foto: fnf

Klage gegen Schützenplatz-Projekt hat Konsequenzen

Von Finn Fischer
Trittau. Das Bauprojekt auf dem Schützenplatz und der Umzug des Trittauer Wochenmarktes stagnieren, weil hinter den Kulissen ein Rechtsstreit im Gang ist.
Bürgermeister Walter Nussel erklärt, warum die geplante Bebauung des Schützenplatzes stockt. „Ein Nachbar des Schützenplatzes hat eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan der Gemeinde eingereicht“, sagt der Verwaltungschef. Der Vorwurf: Die Gemeinde soll naturrechtliche Untersuchungen nicht korrekt bekannt gegeben haben. Per einstweiliger Anordnung hat der Kläger verfügt, dass mit dem Bau nicht begonnen werden darf, solange die Rechtslage nicht geklärt ist.
„Das Gericht wird erst im Februar eine Entscheidung treffen“, sagt Nussel und fügt hinzu: „Möglicherweise muss die Gemeinde den Bebauungsplan ändern.“

Standort am Tennisplatz

Der Hintergrund: Im Frühjahr vergangenen Jahres haben sich die Gemeinde und der Investor Bartels-Langness (Famila) geeinigt. Auf dem bisherigen Schützenplatz in Trittau soll ein Einkaufszentrum mit einem Markant-Markt und einem Aldi-Discounter entstehen. Durch die unklare Rechtslage verzögert sich auch der Umzug des Wochenmarktes auf unbestimmte Zeit. Wie lange die Marktbeschicker ihre Waren noch auf dem zentralen Platz im Ortskern anbieten können, ist unklar.
Seit mittlerweile 13 Jahren verkaufen die Standbetreiber jeden Freitag zwischen 14 und 18 Uhr ihr Sortiment auf dem Schützenplatz am Freibad. Derzeit bieten zwölf Händler ihre Waren an. Es gibt einen Verkaufsstand mit Fisch, Fleisch- und Wurstwaren, Obst und Gemüse, Blumen sowie einen Imbisswagen.Wenn die Bauphase beginnt, könnten die Stände dauerhaft auf ein Gelände etwa 100 Meter entfernt an den Tennisplätzen ausweichen.
Die Händler des Trittauer Wochenmarktes sind beunruhigt. Auch wenn bereits im Frühjahr 2013 der Verkauf des Schützenplatzes besiegelt wurde, sind sie immer noch nicht auf den Platz etwa 100 Meter entfernt vom Schützenplatz bei den Tennisplätzen umgezogen. Noch steht der neue Platz bei Regen komplett unter Wasser. Pfützen und zahlreiche Unebenheiten machen es unmöglich, dort auch nur einen Stand aufzubauen. Die Marktbeschicker wissen derzeit noch nicht, wann es eine Entscheidung geben wird. Viele sind von der ungeklärten Situation verunsichert.
„Wir bleiben so lange hier, bis der Ausweich-Platz fertig ist“, Günter Stiehler
„Wir bleiben so lange hier, bis der Ausweich-Platz fertig ist“, so Günter Stiehler. Wann das genau sein soll, weiß der Betreiber eines Imbisswagens nicht. „Das steht wohl erst fest, wenn die ersten Bagger anrollen.“ Dass ein Supermarkt in direkter Nachbarschaft das Angebot des Wochenmarktes über flüssig machen könnte, glaubt Günter Stiehler nicht. „Wir sind davon überzeugt, dass die Trittauer unser gesundes und frisches Angebot zu schätzen wissen“, sagt Günter Stiehler. (fnf)
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