Mehr Wohnraum für Alte

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Jürgen Wahl vom Verein Heimat Ahrensburg vorm Neubau an der Fannyhöh: „Wir fühlen uns von der Politik verlassen.“ Foto: fnf
 
Das Gelände an der Kastanienallee würde sich laut Verein für sozialen Wohnungsbau eignen Foto: fnf

Ahrensburger Verein Heimat will Sozialbauten schaffen, findet aber keine Fläche

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Der Schlossstadt fehlt es an sozialem Wohnraum. Vor allem Senioren mit einer Mini-Rente haben immer größere Probleme, bezahlbare Wohnungen zu finden. Jetzt schlägt die Seniorenbeirat Alarm. „Die Parteien sprechen schon seit längerer Zeit über die Notwendigkeit, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Konkrete Maßnahmen sind bisher kaum erfolgt“, erklärt Beirats-Vorsitzender Christof Schneider. Der Bedarf ist immerns und steigt weiter an. Bei dem Verein Heimat Ahrensburg, der derzeit über 100 Sozialwohnungen unterhält, stehen 40 Senioren und sieben Rentner-Ehepaare auf der Warteliste. „Bei der Stadt sind Bewerber für 204 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau gelistet“, so Schneider.

Große Probleme neue Flächen zu finden


Der Verein Heimat Ahrensburg versucht seit 13 Jahren sozialen Wohnungsbau im Stadtgebiet kontinuierlich auszuweiten. Der Bau von Senioren-Wohnungen ist eines der wichtigsten Bestrebungen der Initiative, da dies dem Satzungszweck entspricht. Der Verein hatte sich in dem Zeitraum für Objekte im Rosenweg, im Akazienstieg, Lange Koppel und Erlenhof beworben. „Bei den Vergaben wurden wir nicht berücksichtigt.“ Die meisten Grundstücke wurden von der Stadt für den freifinanzierten Wohnungsbau vergeben. „Wir sind immer abgeschmiert worden“, sagt der Vereinsvorsitzende Jürgen Wahl. Dabei hat sich schon in der Vergangenheit gezeigt, dass das Vereinskonzept aufgeht. Alle Mitglieder sind ehrenamtlich tätig. Die Ehrenamtler unterhalten einen Wohnkomplex an der Straße Fannyhöh, der schrittweise erweitert wird.
In etwa 70 Einheiten wohnen Senioren, das Mindestalter für Bewerber ist 60 Jahre. Dafür erhalten die Mieter besonders günstige Konditionen. 30 weitere Wohnungen unterhält der Verein in der Straße Am neuen Teich.

Verein bemüht sich um Wohnraumverdichtung


Zurzeit entsteht an der Fannyhöh ein weiterer Wohnkomplex. Der Abriss zweier kleinerer Häuser auf dem Vereinsgelände ist geplant. „Dort machen wir aus sieben Wohnungen 18. Wir betreiben hier Wohnraumverdichtung“, sagt Jürgen Wahl. Doch irgendwann sind die Möglichkeiten erschöpft. Die Ehrenamtler haben auch das brachliegende Grundstück an der Kastanienallee im Visier. „Das Areal wäre aufgrund der Lage optimal. Das könnten wir dann von der Straße Fannyhöh aus verwalten“, so Wahl. „Wir wollen möglichst vielen Ahrensburgern mit wenig Einkommen eine neue Heimat geben.“

„G

hettoisierung der Alten“ vermeiden


Doch innerhalb der nächsten fünf Jahre dürfte daraus nichts werden. Allein die Erstellung eines Bebauungsplanes dürfte rund fünf Jahre in Anspruch nehmen. Dass sich in Ahrensburg seit Jahren keine geeigneten Flächen finden lassen, ärgert den Vorsitzenden des Vereins: „Wir fühlen uns ein bisschen von der Politik verlassen. Der Bedarf an sozialem Wohnraum ist merklich höher geworden.“ Um eine „Ghettoisierung der Alten“ zu vermeiden, würde der Verein sogar seine Satzung ändern, um die von der Politik präferierte gemischte Wohnform „Jung und Alt“ im sozialen Wohnungsbau errichten zu können. Der Antrag der Senioren wird am Mittwoch, 18. März, um 19 Uhr im Peter-Ranzau-Haus debattiert.
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