Mehrgenerationen-Wohnprojekt

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Christiane Weigand mit ihren beiden Kindern, Ela Gerigk und Helena Kurt mit ihren beiden Töchtern (von links)

Bei den „Wilden Rosen“ leben jung und alt zusammen und profitieren davon

Ahrensburg/Wulfsdorf. Gemeinsam generationsübergreifend leben, sich gegenseitig unterstützen und helfen und das in bezahlbarem, ökologischem Wohnraum - das waren die Ideen der Anwohner, als das Wohnprojekt „Wilde Rosen“ in Wulfsdorf startete.
Im Jahr 2007 hatte Conplan, eine Gesellschaft für Projektberatung, die aus Architekten, Städteplanern, Betriebswirten und Ingenieuren besteht, mit der Planung begonnen und in kurzer Zeit begeisterten sich in steigender Zahl Menschen für das Projekt und den Gedanken, nicht nur nebeneinander, sondern miteinander zu leben. Nach kurzer Bauphase konnten bereits 2010 die ersten Anwohner ihre Wohnungen beziehen.
„Immer mehr Menschen leben alleine, ohne es zu wollen, so Ela Gerigk, die bereits früh zu dem Projekt dazu stieß. Im Wohnprojekt „Wilden Rosen“ können die Anwohner in einer Gemeinschaft leben, ohne dabei auf ihre Privatsphäre verzichten zu müssen. Entstanden ist das Wohnprojekt auf dem ehemaligen Gelände einer Wildrosenzucht, von der es auch seinen Namen erhalten hat. Heute leben auf dem 14 Hektar großen Gelände, das sich in die Gebiete „Nordrosen“ und „Südrosen“ aufteilt, um die 200 Menschen im Alter von drei Wochen bis über 70 Jahren.
Das Grundstück, auf dem die Häuser mit den Wohnungen gebaut wurden, gehört allen zusammen, alle Anwohner sind Bauherrn, und das Gelände, wie zum Beispiel der Dorfplatz, wird von allen gemeinsam bepflanzt und gestaltet. Nur die Eigentumswohnungen plus ein fünf Meter Raum um diese herum gehören den jeweiligen Anwohnern alleine, sind Privatraum und können selbstbestimmt gestaltet werden. Bei allem, was den gemeinsamen Teil des Geländes betrifft, werden die Entscheidungen bei gemeinschaftlichen Treffen zusammen getroffen, wobei aber auch Einzelinteressen berücksichtigt werden. Aber auch sonst wird viel Wert auf Gemeinschaft gelegt: so werden Fahrgemeinschaften gebildet, sich bei der Kinderbetreuung abgewechselt, im Gewächshaus gemeinsam angepflanzt, und die Bewohner kennen sich fast alle mit Namen.
Besonderer Hingucker ist das Seminarhaus mit seiner Kuppel, das im Süden auf dem gewerblichen Teil des Geländes steht. Die Kombination von Wohnen und Gewerbe auf dem Gelände war von der Stadt Ahrensburg vorgegeben worden und so finden sich im Seminardom Büros und er kann für Firmenpräsentationen gemietet werden. Hier finden aber auch Veranstaltungen und Kurse der Anwohner statt.
Umgeben von Wald, Wiesen und viel Natur, wird hier bei den „Wilden Rosen“ aber auch viel Wert auf ökologisches Bauen und Leben gelegt. So entsprechen die Häuser dem Niedrigenergiestandard, beim Bau wurde viel Holz verwendet und auf schädliche Materialen verzichtet, geheizt wird mit einem energiesparenden eigenen Blockheizkraftwerk und Ökostrom. „Wir sind und unserer Verantwortung der Natur gegenüber bewusst und wollen hier verbinden, was wir für richtig halten und was möglich ist,“ so Ela Gerigk. Fertig ist das Wohnprojekt aber noch nicht, so Ela Gerigk weiter: „Vieles entsteht noch.“ Man wolle zum Beispiel ein gutes Verhältnis zu den Anwohnern Wulfsdorfs aufbauen, dies sei ein großes Anliegen der Anwohner, denn gute Nachbarschaft wird hier großgeschrieben. (hs)
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