Meierei startet ab Juni

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Die Luftaufnahme zeigt den Fortschritt in Mühlenrade Foto: Hamfelder Hof
 
Ein Modell zeigt, wie die Meierei aussehen soll. Dazu sind Garten und eine Obstwiese geplant Foto: Hamfelder Hof

Bauern wollen Milch, Butter und Joghurt herstellen. Hofladen mit Bistro geplant

Von Victoria Kirjuschkin
Hamfelde/Mühlenrade
Die Lkw-Verladung ist betoniert, die Wände auf der West- und Südseite stehen. In den nächsten Wochen startet der Anlagenbau, parallel dazu wird der Innenausbau weiter vorangetrieben. Ende Mai wird die Hamfelder Hof Bauernmeierei an der Landstraße, zwischen Hamfelde und Köthel, ihren Betrieb aufnehmen. Erstmals seit Schließung der Meierei Trittau 2011 werden dann wieder Milchprodukte in der Nähe der Gemeinde in Mühlenrade (Kreis Herzogtum-Lauenburg) produziert.

Milch von über 20 Höfen


In der Regel liefern kleine Milchproduzenten ihre Erzeugnisse an große Molkereien, die mehrere Hundertmillionen Liter Rohmilch pro Jahr verarbeiten. Für die Bioland-Höfe der Hamfelder Bauerngemeinschaft ist der Aufbau einer eigenen Bio-Meierei der Schlüssel zur Weiterentwicklung der Höfe im Sinne einer ökologischen Landwirtschaft. Statt Bioland-Milch nur abfüllen zu lassen, wird die Verarbeitung und die Vermarktung der Molkereiprodukte zukünftig in Eigenregie gestaltet.
„Die Meierei wird zu Anfang etwa zehn Millionen Liter Rohmilch erfassen“, sagt Janosch Raymann, Geschäftsführer der Hamfelder Hof Bauernmeierei. Das sind im Durchschnitt und je nach Jahreszeit etwa 800.000 Liter im Monat, die ausschließlich von den gut 20 Höfen der Hamfelder Hof Bauerngemeinschaft stammt. 7.000 Liter Milch gibt eine Bio-Kuh etwa pro Jahr. Der Hamfelder Hof beispielsweise hält aktuell 70 Tiere. Diese weiden auf 80 Hektar Kleegras- und Wiesenfläche, auf einem Teil davon wird auch ausschließlich Silage gemäht. Die beliefernden Landwirte, deren Höfe nicht mehr als 150 Kilometer entfernt sind, liefern nicht nur Milch, sondern sind auch finanziell an der Meierei, die ihre Produkte unter der Marke „Hamfelder Hof“ vermarktet, beteiligt. Bislang werden Milch und Butter der Marke Hamfelder Hof in der Osterhusumer Meierei Witzwort abgefüllt bzw. die Butter in Lamstedt gebuttert. Ab Juni wird die Rohmilch der Höfe dann ausschließlich in Mühlenrade verarbeitet. Angeboten wird dann zum Beispiel auch eine nicht homogenisierte traditionelle Frischmilch. Janosch Raymann: „Diese traditionell hergestellte Milch soll im Naturkosthandel vertrieben werden. Schrittweise sollen auch Buttermilch, Sahne und Joghurt hergestellt und vertrieben werden.“
Zu einem späteren Zeitpunkt ist neben der Meierei ein Hofladen mit Bistro geplant. Interessierte haben die Möglichkeit, Einblick in die Milchproduktion und ökologische Landwirtschaft des Betriebes zu gewinnen. Geschäftsführer des Unternehmens ist Janosch Raymann, der 28 Jahre alte Sohn von Heinz Elfenkämper-Raymann und Angelika Raymann, den Besitzern des Hamfelder Hofes und Gründern der gleichnamigen Marke. Der studierte Wirtschaftsinformatiker ist seit Beginn der Planungen 2012 für die Koordination und Durchführung des Projektes verantwortlich. Ursprünglich wollten die Bio-Bauern der Hamfelder Hof Liefergemeinschaft die 2011 vor der Schließung bedrohte Trittauer Meierei weiter betreiben. Da dies nicht möglich war, entschieden sich die Bio-Bauern unter der Federführung des Hamfelder Hofs zum Bau einer eigenen Meierei.
Nach erfolgreicher Grundstückssuche in der knapp 200 Einwohner großen Gemeinde Mühlenrade folgte eine dreijährige Planungszeit bis zur Grundsteinlegung Ende 2014. Die Investition in Höhe von zehn Millionen Euro, wird mit 1,8 Millionen Euro unter anderem durch das Land Schleswig-Holstein und das Umweltministerium in Kiel gefördert.

Garten und Obstwiese


In der Hamfelder Hof Bauernmeierei kommt modernste Anlagen- und Gebäudetechnik zum Einsatz, um eine einwandfreie Produktqualität bei Rohmilch zu erzeugen.
Dazu gehört die Versorgung mit Sterilwasser, was in der Meierei allein mit UV-Licht aufbereitet wird. Dadurch wird es ohne Zusatz von üblichen Chemikalien gereinigt. Eine kontrollierte Be- und Entlüftung des Betriebes erfolgt durch eine Anlage, die mit Sterilluft im Produktktionsbereich einen leichten Überdruck erzeugt. Dadurch wird verhindert, dass ungefilterte Luft von außen in die Räume gelangt. Die Rohmilchtanks sind im Inneren des Gebäudes platziert, was Vorteile für die Arbeitsabläufe bietet und einen höheren Hygienestandart sichert.
Die Außenanlage soll harmonisch ökologisch gestaltet werden. So ist ein naturnaher Garten in Richtung des Dorfes und eine Streuobstwiese auf einem Teil der Ausgleichsfläche geplant. „Besonders viel Wert legen wir eine natürliche Gestaltung und die Einbettung des Betriebes in das Landschafts- und Ortsbild“ sagt Geschäftsführer Raymann.
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