Multi-Kulti-Kolonie

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Russland-Deutsche, Griechen, Türken und Deutsche verbringen zusammen ihre Freizeit in den Interkulturellen Gärten. Foto: hb

Familien aus vier Nationen gärtnern hier miteinander

Ahrensburg. Dreizehn Parzellen Zaun an Zaun, getrennt in der Mitte durch ein paar Carports. Geschickt angelegte Gemüsebeete und liebevoll angepflanzte Blumen fallen sofort ins Auge. Das sind die Interkulturellen Gärten.
Die Lebensfreude und kulturell verankerte Gastfreundschaft ist für jeden spürbar. Am Zaun werden schon mal Tipps gegeben und Ratschläge ausgetauscht.
„Vor Jahren haben wir überlegt, wie können wir unseren Stadtteil in ein besseres Licht rücken“, sagt Jürgen Martens vom Stadtteil-Arbeitskreis „Die Gartenhölzer“. Man rief einen Fotowettbewerb ins Leben: „Ich bin stolz auf mein Gartenholz“. Die Resonanz war überwältigend, über 1000 Fotos wurden eingereicht. „Ein klares Signal, wie die über 4000 Einwohner mit ihrem Stadtteil verbunden sind “, so Martens. Man habe aber andererseits auch mitbekommen, dass die Integration nicht wie gewünscht funktioniert. Gartenholz ist ein Stadtteil, in dem viele Menschen mit Migrationshintergrund leben.
„Mit der Einrichtung eines Interkulturellen Gartens kam uns die zündende Idee“, sagt Martens. „Wir wollten die friedliche Kommunikation von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen durch ein gemeinsames Hobby fördern.“
Eine große Unterstützung erhielt der Arbeitskreis vor ein paar Jahren von der ehemaligen Bürgermeisterin Ursula Pepper, die sich dafür einsetzte, dass die Stadt die finanziellen Mittel zur Verfügung stellte. Ein geeignetes Gelände war schnell gefunden. Bauschutt und Erde wurden abgetragen, Bodenproben wiesen nach, dass der Boden toxisch in Ordnung sei.
Strom gibt es nicht, Wasser muss von der gegenüberliegenden Straßenseite geholt werden. Dafür ist Miltiadis Ikonomor verantwortlich: „Mindestens einmal im Monat leihen wir uns einen Hydranten mit Wasseruhr aus, um von der gegenüberliegenden Straßenseite unsere Wasservorräte aufzufüllen.“
Multi-Kulti wird in den Interkulturellen Gärten vorgelebt. Drei Familien aus Russland, eine griechische, sieben türkische und eine deutsche Familie haben sich mittlerweile kennengelernt, Freundschaften wurden geschlossen. Eine der Parzellen ist an den Kinderschutzbund Blauer Elefant verpachtet - Kinderlärm stört hier niemanden. (hb)
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