Naturwald in Hahnheide wächst

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Exkursion durch die Hahnheide: im Bild Bürgermeister Oliver Mesch und sein Stellvertreter Peter Lange (3. von links), Tim Scherer und Michael Hansen sowie Tobias von Pein und seine Praktikantin Lara Gerecke (v.l.) Foto: Margret Pantelmann

Schutzgebiet ist für Bürger erlebbar und entwickelt sich gleichzeitig dauerhaft ungestört

Von Margret Pantelmann
Trittau
Die Hahnheide ist ein naturnaher Mischwald in der Gemeinde Trittau, eingebettet in eine hügelige Landschaft mit heimischen Baumarten, durch die sich viele kleine Bäche, Seen und Wiesenflächen ziehen. Mit rund 1430 Hektar ist es das größte Waldnaturschutzgebiet Schleswig-Holsteins und seit mehr als 70 Jahren ein Naturschutzgebiet. Anlässlich der Ausweisung weiterer Flächen als so genannten „Naturwald“ hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein in die Försterei Trittau zu einem öffentlichen Gespräch mit Exkursion in das Naturschutzgebiet geladen. „Die Hahnheide ist für viele Bürger und Touristen ein wichtiges Naherholungsgebiet. Deshalb muss der Zugang zum Wald immer gewährleistet bleiben“, sagt von Pein. Mit einer neuen Verordnung werden in Deutschland zehn Prozent der öffentlichen Wälder dauerhaft ihrer natürlichen Entwicklung überlassen und aus der Nutzungswertung genommen. „In der Hahnheide ist bereits mit 20 Prozent sogar das Doppelte aus der Nutzung genommen“, war vom Förster der Hahnheide Michael Hansen zu erfahren. Aus dem Naturwaldareal wird allmählich ein Urwald, der durch das gewollte Totholz „unaufgeräumt“ wirkt. Mit „Natur, Erholung und Wirtschaft“ stellte Hansen die drei wesentlichen Säulen der Hahnheide heraus, mit denen das Land Schleswig-Holstein die Nachhaltigkeit des Waldes umsetzt. Die Hahnheide ist ein sehr naturnaher Wald mit 90 Prozent Mischwald und bis zu 180 Jahre alten Buchen. Auf einem Hektar Altwald stehen mindestens zehn Habitatbäume. Fichten-Altbestände sollen in Laubwald umgewandelt werden. Der Waldumbau zum Buchenwald sei bereits als Waldverjüngung eingeleitet, doch Probleme habe Hansen mit dem überhöhten Wildbestand in vielen Revieren. „Naturschutz ist wichtig, kostet aber Geld. Und bedeutet eine höhere Verantwortung“, erklärte der Förster. Besucher der Veranstaltung kritisierten, dass bestimmte Waldgebiete „immer mehr dicht gemacht werden“. Doch Naturwaldareale seien grundsätzlich betretbar. „Für den Waldbesucher ändert sich nichts, er darf ohnehin nur auf den ausgewiesenen Wanderwegen gehen“, sagte Hansen. Auch Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch ist der Naherholungsfaktor wichtig. Er möchte aus Trittauer Sicht den Naturschutz unterstützen und für die Bürger „erlebbar“ machen. Etwa 60 Kilometer Wege führen durch die Hahnheide, rund die Hälfte davon sind als Wanderwege ausgewiesen.
„Man muss nicht jedes Waldgebiet durchfahren“, sagt Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. „Der Wald würde davon profitieren. Alles ist fußläufig zu erreichen.“ Hansen geht sogar noch weiter und würde an den Wochenenden den Hohenfelder Damm gern mit einem Schlagbaum absperren. Doch davon konnte er Mesch nicht überzeugen.
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