Neue Heimat in der Fremde

Anzeige
Hilde Kramm (1. Vorsitzende) (v.l.), Adolf Dülge (2. Vorsitzender), Christel Konopatzki (Kassiererin) mit einem Fotoalbum voller Erinnerungen, Gudrun Kirschner (aus dem Vorstand ausgeschieden) mit der Geburtstagskerze zum 50. Bestehen und Elsa Selent (Kassiererin). Nicht im Bild das neue Vorstandsmitglied Marga Braemer. Foto: Maurer

Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen feiert 60-jähriges Jubiläum

Trittau. Sie kamen kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges als Flüchtlinge aus Ost- und Westpreußen nach Trittau. Sie alle hatten eine Hoffnung, in ihre Heimat zurückzukehren, aus der sie vertrieben worden waren. Und sie waren nicht überall willkommen.
„Wir waren nicht gerne gesehen. Man wollte keine Zimmer an uns abgeben“, erinnerte sich Gudrun Kirschner. Und Christel Konopatzki weiß noch, wie in der Schule immer gerufen wurde: „Die Zigeuner kommen“, wenn sie und ihre Geschwister auftauchten – und das nur, weil sie dunkle Haare hatten. Diese Umstände nach der Flucht aus der Heimat führten zur Gründung von Landsmannschaften. Auch in Trittau schlossen sich 1953 viele Vertriebene zur „Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen“ zusammen.
Über Zuhause reden
„Wir konnten über ‚zu Hause’ reden, mit unseresgleichen zusammen sein und die heimatliche Kultur pflegen“, berichteten Kirschner und Konopatzki. Beide Frauen haben oft in den vergangenen Jahren die alte Heimat besucht und sind andererseits auch in der neuen Heimat angekommen. Sie gründeten eine Familie, übten Berufe aus und waren als Beisitzerin und Kassiererin für die Landsmannschaft tätig.
Der Verein feierte nun 60-jähriges Jubiläum. Gudrun Kirschner wurde für ihre langjährige, aktive Vorstandsarbeit geehrt und auf eigenen Wunsch verabschiedet.
Vor der Feierstunde, mit musikalischen Darbietungen und Vorträgen und dem Traditionsessen „Königsberger Klopse“ fand auch die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen statt.
Nachfolgerin finden
Die langjährige Vorsitzende Johanna Lange verstarb vor kurzem, hat jedoch die Feier noch weitgehend mitgeplant. Für sie musste jetzt eine Nachfolgerin gefunden werden. Nicht so einfach, bei einem Verein mit nur noch 35 Mitgliedern, die Jüngsten sind bereits 70 Jahre alt. Eine der „Jüngsten“ ist Hilde Kramm (74), eine geborene Trittauerin, die durch ihren Lebensgefährten zum Verein kam und bisher als Kassenwartin tätig war und Ausflüge organisierte. Sie erklärte sich bereit, die Arbeit von Johanna Lange fortzuführen und wurde einstimmig gewählt.
Viele Verwitwete freuen sich auf die regelmäßigen monatlichen Kaffeenachmittage und die alljährlichen Ausflüge. Ebenfalls einstimmig wurde Marga Braemer zur neuen Kassenwartin gewählt. Der Vorstand setzt sich jetzt wie folgt zusammen: 1. Vorsitzende Hilde Kramm; 2. Vorsitzender Adolf Dülge, Kassenwartin Marga Braemer, Kassiererin Elsa Selent und Christa Konopatzki. (bm)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige