Neuer dampfender Hit

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Mathias Klein (l.) und sein Mitarbeiter säubern die Dampfmaschine der Stücklen Werft von 1940, nach dem Eintreffen in Lütjensee Fotos: msa

Hamburger Schmuckstück im Motorenmuseum Lütjensee

Von Michael Sakrzewski
Lütjensee. Das Motoren-Museum in der Großenseer Straße 18 beherbergt eine wohl einzigartige und vielfältige Sammlung von Motoren. Unter den 300 Exponaten gibt es viele Objekte mit historischer Bedeutung.
„Hier ist mit viel Liebe zum Detail eine Ausstellung entstanden, die Maschinen und Antriebsmotoren nicht nur zeigt, sondern sie bei Vorführungen auch knattern, röhren und stampfen lässt“, sagt der technische Leiter Mathias Klein. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Motoren, die aus zahlreichen Epochen der Industriegeschichte stammen, lebendig zu erhalten. Viele der Exponate hat er aus verstaubten Werkstätten und dunklen Ecken geholt, um sie dann in liebevolle Arbeit zu restaurieren und wieder funktionsfähig zu machen.
„Die Besucher erwartet in Lütjensee ein einzigartiger Querschnitt von Motoren der unterschiedlichsten Konstruktionen“, sagt Klein. Alle seien betriebsbereit und werden analog ihrer technischen Daten und ihrer jeweils ganz eigenen Geschichte vorgeführt, Öl- und Abgasgeruch längst vergangener Zeiten inklusive. Besucher können etwa 300 Motoren bestaunen, der älteste ist Baujahr 1895. Es gibt Gas-, Petroleum-, Benzin- oder Dieselantriebe. Einige haben
Ein-, andere Mehrzylindermotoren, der leichteste wiegt zehn, 100.000 Kilogramm ist der größte Motor schwer. Vorhanden sind Motoren mit Glührohrzündung, aber auch Abreiß- oder Selbstzünder.

Dampfmaschine von 1940

Besonders stolz ist Mathias Klein auf sein „neuestes Stück“, eine Dampfmaschine, die 1940 auf der Stücklen-Werft in Hamburg gebaut wurde. „Bei 240 Umdrehungen pro Minute leistet die Maschine etwa 1300 PS“, sagt er. Von diesem Objekt würden weltweit nur noch zwei Maschinen existieren, eine steht jetzt in Lütjensee und die andere ist im Tonnenleger „Kapitän Mayer“, einem Museumsschiff, verbaut.
Als eine weitere Besonderheit gilt die atmosphärische Gaskraftmaschine von 1874 der Firma Langen, Otto & Roosen (Köln-Deutz). Mit einer Leistung von 0,5 PS trieb sie früher Druckmaschinen an und zählt zu den ersten in Serie produzierten Verbrennungsmotoren weltweit. Maschinenliebhaber, die sich diese außergewöhnliche Ausstellung nicht entgehen lassen möchten, können dieses nach vorheriger Absprache ansehen. Regelmäßig veranstaltet Mathias Klein Vorführungen mit fachkundigen Erklärungen.
www.motoren-museum.com
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