Nie mehr Hausaufgaben?

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Sabine Knuth, Rektorin der Grundschule Am Reesenbüttel, ist auf das neue Schuljahr vorbereitet Fotos: stb

Expertin fordert Abschaffung. Lehrer und Schüler diskutieren

Von Stella Bandemer
Ahrensburg. Pünktlich zum Schuljahresbeginn sorgt eine These der Bildungsexpertin Jutta Allmendinger für Diskussionen.

Sie fordert, dass Hausaufgaben abgeschafft werden sollen. Laut der Präsidentin des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin sei die Chancengleichheit für Schüler nicht garantiert, solange sie Hausaufgaben machen müssen. Denn so könnten sich die Eltern zu sehr einbringen. Kinder bildungsnaher Väter und Mütter hätten somit einen Vorteil. Auch Studien würden dies belegen.

„Hausaufgaben müssen machbar sein“
Sabine Knuth


Sabine Knuth, Schulleiterin der Grundschule Am Reesenbüttel, hält Hausaufgaben dennoch für sinnvoll, wenn diese selbstständig gemacht werden. „Hausaufgaben müssen machbar sein“, findet sie. „Eltern darf aber auch nicht verboten werden zu helfen“. Chancengleichheit könne nur gewährleistet werden, wenn ein geeignetes Förderprogramm im Rahmen einer gebundenen Ganztagsschule bestünde. Vor allem im Grundschulalter sei es für die Kinder wichtig, ihr Wissen zu Hause noch einmal zu verfestigen. Da immer mehr Mütter sich dazu entscheiden würden, wieder in den Beruf einzusteigen und es Krippenplätze bereits verpflichtend für jedes Kind gebe, plädiert Sabine Knuth dafür, dass auch der Bedarf an Hortplätzen dringend ausgebaut werden soll.

Manche Hausaufgaben sind überflüssig

„Deswegen werden wir die Diskussion als Anlass nehmen, mit den Eltern und dem Hort ins Gespräch zu kommen“, so Knuth. Im kommenden Schuljahr würden auch die Kapazitäten für die Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag ausgebaut werden, da enorme Nachfrage bestehe.
Eckhard Gaumnitz, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Stormarnschule, ist der Meinung, dass manche Hausaufgaben überflüssig seien. „Die Schule darf Aufgaben nicht auslagern“, meint Gaumnitz. Einige Aufgaben wie Vokabeln lernen oder Referate vorbereiten, könnten jedoch nur zu Hause erledigt werden. Außerdem sei es für den Entwicklungsprozess der Schulkinder wichtig, dass sie lernen, sich ihre Aufgaben zu Hause einzuteilen, sodass sie nicht überlastet sind.
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