Offensive für mehr Touristen

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22 Radrouten führen durch den Kreis Stormarn – ideal für einen Ausflug oder auch für einen Radwander-Urlaub Fotos: Kreis Stormarn/ Keil (1)
 
Das im Jahre 2000 gegründete Haus am Schühberg beherbergt in seinem Innenhof und Park Skulpturen und Objekte zeitgenössischer Kunst

Kooperation und Themen-Angebote sollen Gäste nach Stormarn locken

Von Victoria Kirjuschkin
Stormarn. Wissen Sie, dass Deutschlands kleinste Schnapsdestille in Hamfelde liegt und man diese auf einer 22 Radrouten, die durch den Kreis führen, erkunden kann? Oder dass der Erfinder der Biene Maja, Waldemar Bonsels (1880 - 1952), gebürtiger Ahrensburger war? Und wo man in Stormarn paddeln kann?
Um die vielen anschaulichen Orte und wissenswerten Fakten des Kreises bekannter zu machen, startet die Kreisverwaltung nun eine Tourismus-Offensive. Durch gezielte Marketingmaßnahmen sollen Hotels, Restaurants, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten mehr Zulauf bekommen.

Zahlen steigen


Thorsten Kuhlwein, in der Kreisverwaltung für den Bereich Tourismus zuständig: „Ab Sommer beginnt die Zusammenarbeit mit der Herzogtum-Lauenburg Service GmbH. Die Agentur vermarktet die touristischen Aktivitäten im Kreis Herzogtum-Lauenburg. Ein Anschluss von Stormarn erscheint sinnvoll. Daher beschlossen die Mitglieder des Kreistages im März, eine Zusammenarbeit. Die Landkreise ähneln einander, haben aber auch Alleinstellungsmerkmale. Nachdem ein im Jahr 2011 auf zwei Jahre angelegtes Tourismusmanagement-Programm, subventioniert mit EU-Fördermitteln, in Stormarn erste Erfolge zeigte, erhoffen sich die Mitglieder des Kreistages mit dieser Zusammenarbeit eine nochmalige Steigerung der Gästezahlen.
Laut Statistikamt Nord kamen 2013 rund 190.000 Gäste nach Stormarn. Gegenüber dem Jahr zuvor ist das ein Plus von 7,5 Prozent. Auch die Zahl der Übernachtungen stieg. Kuhlwein: „Es wurden 368.000 Übernachtungen ermittelt, was eine Steigerung von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ergibt.“ Im Hinblick auf die Verbesserung sei der Landkreis in diesem Jahr Spitzenreiter in Schleswig-Holstein.

„Nachbarn“ im Fokus

Vor allem Bewohner der benachbarten Hansestädte sollen animiert werden, Ausflüge in die Region Stormarn zu machen. „Hauptaugenmerk liegt auf den Tagestouristen“, sagt Kuhlwein. Das sieht der Chef der Dehoga in Schleswig-Holstein und Inhaber des Ahrensburger Restaurants Strehl, Axel Strehl ähnlich: „Wir liegen zwischen den Tourismusmetropolen Lübeck und Hamburg. Davon können wir profitieren.“ Laut Strehl sind die Hahnheide, die Seeorte Lütjensee und Großensee besonders beliebt bei Touristen. Nicht zuletzt liege das auch an der hohen Spitzenrestaurant-Dichte. „Mit der Fischerklause in Lütjensee, der Alten Schule Siek oder dem Großenseer Strandhus haben wir viele gute Küchen im engen Umkreis.“

Kreuzfahrt-Extra

Potenzial sieht der Dehoga-Chef daher im Ausbau spezieller Gourmet-Touren. Ähnliches gab es mit dem Radler-Menü im vergangenen Jahr, das aus einer geführten Radwanderung und einem Menü bestand. „Es war sehr gut gebucht“, berichtet Strehl. Im Sommer startet der Dehoga-Kreisverband „Stormarn tischt auf“. Knapp 20 Betriebe bieten von Juni bis September selbst Gerichte an. Im vergangenen Jahr servierte das Ahrensburger Casa Rossa Friesisches Rinderhüftsteak im Speckmantel an Holunderbeerjus auf rotem Tagliatellenest und Kräutersaitling. Im Braaker Krug gab es Rindfleischsülze mit Meerrettichremoulade und Bratkartoffeln. Alle Speisen werden zu Tarifen, Stormi-Premium“ (12,50 Euro) oder „Stormi-Gourmet“ (18,50 Euro), angeboten. Axel Strehl erwartet sich vom Ausbau des Tourismusmanagements viel. So seien regionale Gerichte in Verbindung mit einem kulturellen Rahmenprogramm auch attraktiv für internationale Gäste.
Strehl: „Es gab bereits Anfragen von Kreuzfahrtunternehmen für Tagesausflüge nach Stormarn.“ Thorsten Kuhlwein berichtet, dass auch eine engere Zusammenarbeit zwischen der Kulturstiftung der Sparkasse Holstein und dem Tourismusmanagement angestrebt werde. „Beide organisieren regelmäßig Kulturevents, die auch über die Grenzen Stormarns hinweg interessant sind.“
Kunstausstellungen werden zum Beispiel im Marstall Ahrensburg, Konzerte in der Trittauer Wassermühle, aber auch Musik- und Theaterfestivals, wie das erste kreisweite Figurentheaterfestival im vergangenen Februar in Reinbek, Ahrensburg und Trittau veranstaltet.
Paddeln, Reiten, Golf Auch sportlich gibt es einiges zu entdecken: Touristen können zum Beispiel auf drei stillgelegten Bahntrassen, die zu Radwegen ausgebaut wurden, aktiv sein und die Natur erleben (www.tourismus-stormarn.de/BahnRadWege.html). Zudem gibt es Kirchenrouten und eine Karpfentour. „Insgesamt haben wir 22 Fahrradrouten im Kreis“, berichtet Thorsten Kuhlwein. Geführte Radtouren bietet zum Beispiel „Op‘n Drahtesel“ in Trittau an (www.opndrahtesel.de). Auch auf dem Wasser können Gäste den Landkreis bereisen. Auf einer Paddelkarte (www.tourismus-stormarn.de/Paddel_Karte.html) erfahren Interessierte, wo es Verleihe gibt und welche Touren möglich sind. Auf etwa 30 Reiterhöfen haben Besucher die Möglichkeit, die Gegend auf dem Rücken der Pferde zu erkunden. Mit etwa zehn Plätzen bietet der Kreis eine der höchsten Golfplatzdichten bundesweit an.

Mehr Businessreisen

Langfristig wolle die Kreisverwaltung auch mehr Geschäftsreisende zum Beispiel für Tagungen ins Hamburger Umland locken. Einige Hotels erlebten bereits 2013 einen Anstieg an Übernachtungszahlen. Spitzenreiter war das Waldhotel in Reinbek mit einer 76-prozentigen Auslastung. Von der Geschäftsleitung hieß es, dass der Anteil an spanischen und russischen Delegationen überproportional angestiegen sei. (wb)
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