Ort für Leben und Tod

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Lebensweg“: So soll der Verein, den Sabine Tiedtke aus Bad Oldesloe gründen will, heißen. Foto: H.-E. Jaeger

Sabine Tiedtke will stationäres Hospiz gründen

Von Hans-Eckart Jaeger
Bad Oldesloe. Sabine Tiedtke (49) hat eine Vision: Die ausgebildete Bankkauffrau und Krankenschwester möchte das erste stationäre Hospiz für den Kreis Stormarn in Bad Oldesloe entstehen lassen. Nicht genug damit: Es soll ein Mehrgenerationen-Hospiz für zwölf Bewohner werden und den Namen „Lebensweg“ tragen.
Todgeweihte Kinder, Erwachsene und alte Menschen, unabhängig von Herkunft oder Konfession, sollen auf ihrem letzten Weg würde- und respektvoll begleitet werden.
Bisher gibt es in Deutschland nur das von Ursa Paul 1989 gegründete „Heilhaus“ in Kassel mit einer Dependance in Berlin-Neukölln, in dem Jung und Alt wohnen.„So einzigartig wie der Lebensweg eines jeden Menschen ist, so ist auch sein Sterben“, sagt Sabine Tiedtke. „Jeder hat das Recht darauf, sein Leben in allen seinen Phasen individuell und in Würde zu gestalten. Hier soll ein Raum geschaffen werden, an dem das Sterben nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen möglich ist.“ Sabine Tiedtke weiß, dass ein langer, dorniger Weg vor ihr liegt. „Ich muss aufpassen, dass ich nicht nicht zu schnell und hektisch voran gehe“, sagt sie. „Aber ich habe den Eindruck, als hätten die Menschen in unserer Stadt nur darauf gewartet, dass das Thema Hospiz endlich auf den Tisch kommt. Ich fühle es: Die Zeit ist reif.“ Leben und Tod, sagt sie, gehören untrennbar zusammen. Und deshalb wird in diesem Hospiz nicht nur die eine Seite zu finden sein. Es wird ein Haus, in dem der Tod und das Sterben ebenso wie das Leben seinen Platz finden. Es ist ein Ort, der Ruhe und Geborgenheit ausstrahlt und in dem eine kompetente medizinische und pflegerische Versorgung geboten wird.
Im Bürgerhaus in der Mühlenstraße haben sich vor einigen Wochen 14 Bürger getroffen und erste Gespräche geführt. Die Kirche ist an sie herangetreten, das Deutsche Rote Kreuz und Mitarbeiter der Asklepios Klinik auch, und Dagmar Danke-Bayer von der Hospizbewegung Oldesloe und Umgebung informierte sich. Bürgermeister Tassilo von Bary wurde informiert, er sagt: „Unsere Gesellschaft muss für ein würdevolles Sterben sorgen. Da kann ein Hospiz sehr hilfreich sein. Ob Sabine Tiedtke ihre Pläne umzusetzen vermag, kann ich nicht beurteilen.“
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