Parken als Problem

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An der „Alten Reitbahn“ sollen Wohnungen und ein Kino errichtet werden. Dadurch werden 180 Parkplätze in der Schlossstadt wegfallen Fotos: fnf
 
Geschäftsfrau Alexandra Schokrowski: „Schon jetzt gibt es zu wenig Parkplätze in der Innenstadt. Wenn weitere wegfallen, wird das zu einem Problem.“

Kaufleute fürchten weitere Verschärfung durch Neubauten

Von Finn Fischer
Ahrensburg. Lindenhof bebaut, Alte Reitbahn und Hamburger Straße auch: Durch die Baupläne in der Innenstadt und den damit verbundenen Wegfall der Parkflächen im Ortskern befürchten die Mitglieder des Ahrensburger Stadtforums, der Händlervereinigung, Umsatzeinbußen.
Antje Karstens vom Stadtforum sieht ein weiteres Problem: „Das Parkhaus ‚Alter Lokschuppen‘ ist durch Pendler belegt und kann von unseren Kunden während ihrer Einkaufszeit nicht genutzt werden.“ Wenn es ab 2015 renoviert wird, befürchtet die Kauffrau den „Totalkollaps“.

Kunden kaufen woanders ein

Immer wieder beschweren sich Kunden in den Geschäften über das unzureichende Parkplatzangebot. „Das hören wir sehr häufig“, sagt Marion Boy, Mitinhaberin von Delikatessen Boy in der Innenstadt. Viele würden sich sicher zweimal überlegen, ob sie zum Einkaufen in die Innenstadt kommen. Viel einfacher ist es, in einem Einkaufscenter zu shoppen. Zumal es dort ausreichend Parkflächen gibt. „Da befürchten wir natürlich auch Umsatzeinbußen“, sagt Marion Boy. Auch Alexandra Schokrowski, Stadtforum-Vorstandsmitglied und Mitinhaberin des Elektronik-Fachgeschäfts Elektro Clasen, zeigt sich besorgt über die Entwicklung. „Die Parkplatzsituation ist jetzt schon schwierig. Viele Geschäfte haben keine eigenen Kundenparkplätze“, sagt die Geschäftsfrau. Die wären von einer weiteren Verschlechterung in besonderem Maße betroffen. Schokrowski: „Ich finde nicht, dass die Alte Reitbahn bebaut werden sollte. Ich wüsste nicht, wie man die Parkplätze angemessen ausgleichen sollte.“

Kaufleute fürchten Umsatzeinbußen

Die Befürchtung der Geschäftsleute ist es, dass Kunden sich langfristig in umliegende Städte und Gemeinden orientieren könnten. Diese Sorge bestätigt Kundin Elke von Einem: „Ich fahre immer zu den Zeiten in die Stadt, wenn nicht so viel los ist. Sonst ist ein Parkplatz nur schwer zu bekommen. Es ist auch ärgerlich, dass es überhaupt keine kostenlosen Parkplätze gibt. In Volksdorf muss ich nicht bezahlen.“
Die Stadtverwaltung sieht sich nicht in der Position, etwas an der Situation zu ändern. „Das ist Sache der Politik“, sagt Stadtsprecher Andreas Zimmermann. „Die Parkplatzbewirtschaftung ist so in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden und auch unter finanziellen Gesichtspunkten zu sehen.“
Der Verwaltungssprecher bestätigt allerdings: Problematisch ist es in der Tat an der Alten Reitbahn. „Da muss man im Falle einer Bebauung überlegen, wie man die Parkplätze kompensiert.“
Das Stadtforum fordert, bei der Renovierung des Lokschuppens, diesen gleich in Richtung des Edeka-Marktes zu erweitern und dort für Parkplätze zu sorgen. Auch sollten Investoren, die Grundstücke von der Stadt erwerben, in Zukunft zur Schaffung von unterirdischem Parkraum verpflichtet werden.
Das sieht die Verwaltung kritisch. Investoren könnten durch derartige Auflagen verschreckt werden.
Andreas Zimmermann ist sich sicher, dass es auf den offenen Brief des Stadtforums eine entsprechende Reaktion aus der Politik geben wird. Bis dahin heißt es für Kunden weiterhin: Suchen und zahlen.
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