Pforte auf im Welt-Garten

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Jürgen Martens, Mitinitiator des Projekts „Gärten der Begegnung“ an der Eingangspforte Fotos: fnf
 
Elena Fink ist stolz auf ihre Brombeeren

Wo in Ahrensburg viele Nationalitäten säen und ernten. Tag der offenen Tür

Von Finn Fischer
Ahrensburg. Der Tisch unter dem Vordach der kleinen Gartenlaube ist reich gedeckt. Es gibt Tee und Kaffee, russisches Gebäck, Kekse und selbstgemachte Konfitüre. „Die schwarzen Johannesbeeren für die Marmelade kommen aus meinem Garten“, sagt Elena Fink. Geboren in Kasachstan und aufgewachsen in Russland bewirtschaftet die Ahrensburgerin nun in ihrer Freizeit eine der 13 etwa 130 Quadratmeter großen Parzellen im „Garten der Begegnung“, der im Ortsteil Gartenholz liegt. Am Dienstag, 16. September, laden die interkulturellen Laubenpieper zu einem Tag der offenen Gartenpforte ein. Von 15 bis 16.30 Uhr können sich Interessierte einen Eindruck verschaffen.

2009 war der Start

Auf dem 24 Hektar großen Gelände in der Otto-Siege-Straße züchten die Pächter seit fünf Jahren Mohrrüben, Himbeeren, Erbsen und Bohnen sowie Radieschen oder Blumen. Doch nicht nur Grünzeug gedeiht hier prächtig. Es ist vor allem die Saat der Völkerverständigung, die seit Beginn des Projektes Früchte trägt und den Initiatoren dreimal eine Nominierung für den Olof-Palme-Friedenspreis eingebracht hat.
Einer der Initiatoren ist Jürgen Martens. „Wir bringen hier unterschiedliche Kulturen zusammen“, sagt der 74-Jährige. „Jeder kann sich auf seinem Stück Land verwirklichen und eine Parzelle für Freizeit oder gärtnerische Zwecke nutzen.“ Russen, Türken, Griechen und Deutsche bewirtschaften hier ihre Parzellen und unterstützen einander. Mit dem Projekt haben er und der Arbeitskreis Gartenhölzer 2009 einen Volltreffer gelandet. Damals wie heute ist die Warteliste auf eine der begehrten Parzellen lang. Martens: „Das Interesse war riesig. Wir haben die Flächen dann in einem doppelten Losverfahren vergeben.“
Einer der Pächter ist die Familie Demildere, die auch im Gartenholz lebt, ursprünglich aber aus der Türkei stammt. „Wir sind hier von Anfang an dabei. Als ich davon gehört habe, sagte ich meinem Mann, dass wir uns da sofort anmelden müssen“, sagt Sevea Demildere. Und es hat geklappt. „Ich bin im Sommer fast jeden Tag hier, immer wenn die Sonne scheint. Und auch mein Sohn nutzt den Garten gerne.“

„Jeder hilft“

Ihre Parzelle liegt direkt neben der von Lisa Hackenberg. Die Nachbarn unterstützen einander bei der Gartenarbeit, tauschen Tipps, Samen und Setzlinge aus. „In den Sommermonaten kann man dem Nachbarn Bescheid sagen, wenn man in den Urlaub fährt. Jeder hilft hier jedem. Das ist toll“, sagt die Deutsche mit slowakischen und fränkischen Wurzeln.
Ein Grund für das große Interesse ist sicherlich der Verzicht auf die strengen Vorschriften, wie es in Schrebergärten üblich ist. Martens: „Bei uns ist es egal, ob man seine Fläche in einen Gemüsegarten verwandelt oder nur Rasen pflanzt.“ Aiyse Duran hat eine Parzelle ein paar Gartenpforten entfernt von Elena Fink, Lisa Hackenburg und Sevea Demildere.
Gerade erst hat sie einen neuen Weg verlegt, kümmert sich um einen kleinen Gemüsegarten und eine Grünfläche. „Die Gartenarbeit mache ich, mein Mann übernimmt die handwerklichen Tätigkeiten, wenn etwas repariert werden muss“, sagt sie. Für die Türkin hat das kleine Stück Land einen hohen Stellenwert. Oft kommt ihre Familie hier mit Freunden zusammen. „Wir wohnen nicht weit weg. Man ist schnell hier.“ Viele der Parzellen-Pächter leben in Wohnungen in der unmittelbaren Umgebung ohne angeschlossenen Garten.
Elena Fink: „Es ist ein positives und freundliches Zusammenleben. Das empfinde ich als Glück“.
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