Pilze sammeln mit dem Profi

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Wolfgang und Silke Petri aus Großhansdorf begleiteten den Pilz-Experten Ingo Hartung (r) auf eine Exkursion ins Beimoor und machten reiche Beute Fotos: cy
 
In Norddeutschland gibt es 4800 Pilzarten, von denen zwölf Prozent essbar sind

Ingo Hartung vermittelt Grundlagen der Mykologie und bietet Exkursionen an

Von Cetin Yaman
Grosshansdorf. Fast drei Stunden auf den Boden zu starren kann anstrengend sein. Wenn dabei aber eine leckere Mahlzeit herauskommt, dann lohnt sich die Mühe. Gefragt ist solch ein Adlerblick beim Pilze sammeln im Wald, zum Beispiel am Beimoorweg in Großhansdorf. Damit kein giftiges Exemplar im Körbchen landet, lohnt es sich für Einsteiger mit einem Experten zu sammeln.

42 Jahre Pilz-Erfahrung

Ingo Hartung ist als Pilz-Profi einer der gefragtesten seiner Zunft. Seine Kurse an der Volkshochschule Bargteheide oft ausgebucht. Darin vermittelt er theoretische Grundlagen der Pilzkunde, es gibt aber auch Exkursionen in Großhansdorf und in Lütjensee. Hartung beschäftigt sich seit 42 Jahren mit Pilzen, die Wissenschaft dazu nennt sich Mykologie. Hartung hat sich alles selbst beigebracht, ist Mitglied der Mykologischen Gesellschaft Deutschland und offizieller Pilzkartierer für Schleswig-Holstein.

4800 Pilzarten im Norden

So vermittelt Hartung in seinen Kursen, dass nur zwölf Prozent aller 4800 Pilzarten, die es in Norddeutschland gibt, für den Verzehr geeignet sind. Dieses Wissen ist wichtig, denn laut Ingo Hartung sterben in Deutschland jährlich 2000 Menschen an einer Pilzvergiftung.
Bemerkenswer ist auch, dass manche essbare Pilze in Verbindung mit Alkohol Vergiftungen verursachen können. Für solche Tipps besuchen auch Silke und Wolfgang Petri aus Großhansdorf mehrere der Kurse beim Pilzfachmann. Sie sind begeistert von Hartungs Erfahrung. Und auch bei ihrer letzten Exkursion konnten sie viel Wissenswertes erfahren. „Dem Lachs-Reizker waren wir bisher noch nicht begegnet. Wir sind gespannt wie er schmecken wird“, sagte Wolfgang Petri.

Richtige Zubereitung

Bei ihrem letzten Ausflug ins Beimoor fanden die Pilzfreunde ungewöhnlich viele Steinpilze und auch ein Perlpilz war dabei.
Letzterer hat zwar ein schönes Aroma, besitzt jedoch einen verhängnisvollen Doppelgänger, wie das Ehepaar mittlerweile weiß. „Der Pantherpilz sieht ihm total ähnlich, ist aber giftig, deswegen muss man sehr gut aufpassen“, erklärte Silke Petri.
Rund 20 Pilze von fünf verschiedenen Sorten, unter anderem Maronen-Röhrlinge, Steinpilze und Birkenpilze, hatten die Petris am Schluss in ihrem Korb. „Jetzt geht es ab nach Hause und dann machen wir uns eine schöne Pilzpfanne“.
Aus jahrelanger Erfahrung weiß Hartung, dass auch bei der Zubereitung einiger Sorten große Sorgfalt nötig ist. „Hallimasche müssen richtig zubereitet werden. Werden sie zu wenig gekocht, können auch sie giftig sein“, sagte er.
Sammler, die essbare Pilze richtig zubereiten und verzehren, haben eine gesunde Mahlzeit auf dem Tisch. So hat der Waldpilz einen vergleichbaren Nährwert wie Gemüse. Ein Kilogramm Pilze besitzt genau so viele Proteine wie 100 Gramm Fleisch. Pilze haben auch positive gesundheitliche Auswirkungen, wie zum Beispiel der Violette Ritterling, der den Blutdruck senkt.

Anmeldungen für den Kursus „ABC des Pilze-Sammelns“ (Saison 2014) unter
Tel.: 04532/28 52 13 oder E-Mail an info@vhs-bargteheide.de
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2 Kommentare
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Hans Arnold aus Poppenbüttel | 22.10.2013 | 17:28  
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Hans Arnold aus Poppenbüttel | 22.10.2013 | 17:33  
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