Poesiealben aus 300 Jahren

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Wilma Griese vom Bargteheider Museum zeigt das älteste ausgestellte Poesiealbum von 1794 Foto: cs

Das älteste Exponat in Bargteheide stammt von 1794

Bargteheide Im Bargteheider Heimatmuseum an der Hamburger Straße ist jetzt die Ausstellung „Vom Poesiealbum bis Facebook“ eröffnet worden.
Marianne und Dr. Andreas Lentz haben „in dem Versuch, den Geist der jeweiligen Epoche anzuleuchten“, 50 Alben aus drei Jahrhunderten zusammengestellt.
Das älteste Poesiealbum stammt aus dem Jahr 1794 und gehörte Carl August Jakob, einem Kaufmann aus Braunschweig. Den Ursprung finden die Poesiealben in den Stammbüchern des Spätmittelalters. „Damals bestätigten die Bücher ihren Besitzern ihre edle, möglichst adelige Herkunft“, sagt Wilma Griese vom Bargteheider Museum.
Als der Adel nach dem 30-jährigen Krieg an Einfluss verlor, übernahm das erstarkte Bürgertum die Sitte des Stammbuches. „In den Poesiealben spiegelt sich der kulturgeschichtliche Hintergrund seiner Zeit mit allen Krisen und Kriegen wieder“, so Wilma Griese. „Man erkennt dies besonders gut an der Gestaltung der Seiten.“ Von den guten Ratschlägen zur Konfirmation bis hin zu wichtigen Tugenden wie Fleiß, Mut und Angepasstheit während des 2. Weltkriegs, die Palette ist vielfältig.
Gerade in den 60er-Jahren während der Studentenrevolte zeigt sich die neu gewonnene Freiheit auch in den individualistisch gestalteten Poesiealben. Heutzutage sind es die Freundschaftsbücher, die vornehmlich noch in den Grundschulen die Runde machen. „Ansonsten sammeln die Menschen eher ihre sozialen Kontakte über Facebook, 700 Freunde und mehr sind da keine Seltenheit“, sagt Wilma Griese.
Die Ausstellung kann bis Mitte Juli immer sonntags von 16 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung im Bargteheider Museum besucht werden. (cs)
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