Politik statt Partei

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Dr. Stefanie Hanke lädt zur Diskussion in die Ahrensburger Stadtbücherei ein Foto: fnf

Ahrensburger Jugendliche für politische Arbeit begeistern

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Sie beteiligen sich unterdurchschnittlich an Wahlen, engagieren sich in Parteien, Vereinen und Verbänden nur zögerlich: Junge Menschen wollen von Politik nichts wissen. So lautet ein weit verbreitetes Vorurteil. Doch stimmt das auch? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Mittwoch, 23. März, die Podiumsdiskussion „Politik? Jein, danke!“ in der Stadtbücherei in Ahrensburg.So zeichnen neuere Studien ein anderes Bild der unter 30-Jährigen. Sie sind keineswegs politik- durchaus aber parteiverdrossen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Jugend-Institut (DJI) in Auftrag gegebene Studie, die die politische Teilhabe Jugendlicher in Deutschland untersucht hat.Über die Ergebnisse wird bei der Podiumsdiskussion Dr. Stefanie Hanke, Forum Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung, berichten: „Eine Besonderheit des Forschungsdesigns bestand darin, dass 20 Personen, die sich durch ein besonders hohes Maß an politischer Teilhabe auszeichneten, in vertiefenden, persönlich-mündlichen Inter-
views zu den Motiven für ihr Engagement befragt wurden.“ Die Studie zeigt, dass das Ausmaß politisch-gesellschaftlicher Teilhabe von den Faktoren Geschlecht, Bildung, Alter und Wertorientierungen abhängt. Deutlich mehr Jungen (56 Prozent) als Mädchen (44 Prozent) beteiligen sich politisch-gesellschaftlich. Ebenfalls zeigt die Studie, dass das politische Interesse bei Jugendlichen mit einem höheren Bildungsstand ausgeprägter ist. Generell besteht ein politisches Interesse. Die Bereitschaft, sich politisch zu engagieren, ist jedoch wesentlich seltener zu beobachten. Das trifft vor allem etablierte Parteien. Die Mitgliederzahlen sinken, viele Ortsverbände kämpfen mit Nachwuchsproblemen. Wenn es um die Mitgliedschaft in einer politischen Partei geht, sind es sogar nur noch drei Prozent der Befragten, die sich in dieser Form engagieren. „Junge Menschen interessieren sich vermehrt für Politik und wollen selbst aktiv werden“, sagt Dr. Niels Hegewisch vom Julius-Leber-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung. „Parteien müssen sich überlegen, wie sie neue Plattformen mit weniger Verbindlichkeiten schaffen, um die jüngere Generation anzusprechen“, so Hegewisch. Problematisch könne langfristig die Finanzierung der Parteiarbeit werden, wenn mangels fester Mitgliedschaften Beitragszahlungen ausbleiben. Doch, so der Politikwissenschaftler, habe das Modell der lebenslangen Parteimitgliedschaft langfristig ausgedient. Bei der Veranstaltung „Politik? Jein, danke!“ um 19 Uhr in der Stadtbücherei diskutieren auch Niclas Dürbrook, Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein, Keno Reuter von Schüler helfen Leben und Wolfgang Gaiser vom Deutschen Jugendinstitut. Die Moderation übernimmt Tobias von Pein, Landtagsabgeordneter der SPD.
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