Raser auf dem Schulweg

Anzeige
Caroline Ryba steht an der Straße, die sie jeden Tag zweimal überqueren muss Foto: will
 
Angeregt unterhielten sich Eltern am Wochenende an der Straße über die gefährliche Verkehrssituation Foto: will

Schüler beim Queren der Gadebuscher Straße gefährdet

Von Andreas Willkomm
Trittau. Viele Kinder und Jugendliche müssen täglich die Gadebuscher Straße an den Einmündungen Peter-Fechter-Straße und Helmut-Arens-Straße überqueren, um aus dem Süden Trittaus in die Schulen der Gemeinde zu gelangen.
„Ich komme jeden Morgen hier auf dem Schulweg durch das Wohngebiet, weil ich meine Freundin abhole“, sagt Carolin Ryba. „An der Peter-Fechter-Straße warten wir manchmal bis zu fünf Minuten, weil einfach kein Auto anhält“, berichtet die 13-Jährige. An der Helmut-Arens-Straße sei die Schülerin sogar einmal beinahe überfahren worden. „Ein Autofahrer hatte mich komplett übersehen und ich bin nur mit viel Glück heil davongekommen“, sagt sie.
Autofahrer seien durch den Ausbau der Gadebuscher Straße in Richtung Bürgerstraße und auch in die andere Fahrtrichtung oft zu schnell. Gerade an den beiden Einmündungen wird die Sicht durch Kurven deutlich eingeschränkt. Wenn dann ein Fußgänger die Straße überqueren will, wird es nicht selten gefährlich.
Dies haben auch die Mitglieder der Initiative Kinder in Trittau (KIT) erkannt. „Wir haben sehr viele Aktionen mit Anwohnern und Politikern durchgeführt. Alle waren sich einig, dass unbedingt und schnell etwas getan werden muss“, sagt Axel Zimmermann.
Nachdem der Landesbetrieb Verkehr (LBV) das Aufstellen einer Ampelanlage oder eines Zebrastreifens ablehnte, weil laut einer Verkehrszählung zu wenige Trittauer davon betroffen sind, entschieden die Gemeindepolitiker an den Einmündungen in der Fahrbahnmitte Fußgängerinseln zu bauen. Die Eltern von KIT waren mit dem Ergebnis zwar nicht zufrieden, aber immerhin passierte etwas. „Doch dann wurde die Maßnahme immer wieder verschoben“, sagt Zimmermann. Aus dem Rathaus heißt es, dass die Bauarbeiten zur Verkehrsberuhigung nach Fertigstellung des Kreisels an der Gadebuscher Straße beginnen sollen. Das wird laut Bauausschussvorsitzendem Jens Hoffmann in etwa acht Woche soweit sein. Bis dahin besteht jedoch für Schüler, die diesen Weg nutzen, die Gefahr von einem Auto erfasst und verletzt zu werden. Darum haben sich betroffene Eltern und die Mitglieder am Wochenende an der Gadebuscher Straße zum Austausch getoffen. Die besorgten Eltern, die sich am Wochenende an der Gadebuscher Straße trafen, wollen jetzt erneut aktiv werden und auf die Verkehrsproblematik aufmerksam machen.

„Der neue Kreisel ist wichtiger.“ KIT-Sprecher Zimmermann

„Wir werden zwar den Umbau nicht beschleunigen können, der neue Kreisel ist ja erst einmal wichtiger, aber wir wollen zeigen, dass es hier gefährlich sein kann“, sagt Zimmermann. Auch wenn es wohl erst nach den Sommerferien ruhiger an der Gadebuscher Straße wird, sind die Eltern froh.
Verkehrsinseln, um
Autos zu bremsen
Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden sie unmittelbare Auswirkung auf die dort gefahrene Geschwindigkeit haben. Die Fahrzeuge werden durch die Verschwenkungen erheblich reduziert. Die zusätzlichen Querungshilfen ermöglichen für Fußgänger ein sicheres Überqueren der Gadebuscher Straße.
Auch wenn viele der Betroffenen Sorge um die Verkehrssicherheit ihrer Kinder haben, gibt es auch Verständnis für flotte Autofahrer. „Die Autofahrer haben die Fußgänger, warum auch immer, nicht auf dem Zettel“, sagt eine Mutter, die ihren Namen nicht nennen möchte. Sie sei selbst im Auto dort unterwegs gewesen und habe gemerkt, dass sie unbewusst zu schnell fuhr. „Die Straße verlockt zum Rasen“, sagt sie. (will)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige