Raum der Stille

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Klinik-Pastorin Luise Müller-Busse vor einem Glasfenster, das „Aufbruch“ heißt. Der Künstler Siegfried Assmann aus Großhansdorf hat es gestaltet.

Pastorin Müller-Busse betreut Patienten der Asklepios Klinik

Von Hans-Eckart Jaeger
Bad Oldesloe. „Menschen, die über Weihnachten im Krankenhaus liegen müssen, bedürfen einer besonderen Pflege und Aufmerksamkeit“, weiß Luise Müller-Busse. Die Klinik-Pastorin aus Eichede-Steinburg sitzt, als sie diesen Satz sagt, in der Asklepios Klinik in Bad Oldesloe im „Raum der Stille“ und blättert in einem großen Gästebuch. Hier haben schon viele Besucher des karg ausgestatteten Zimmers aufgeschrieben, was sie bewegt: Ärzte, Schwestern, Pflegepersonal - und viele Patienten.
Der „Raum der Stille“ hat nichts mit Religion zu tun. Er ist für alle Menschen offen, die das Bedürfnis nach Ruhe, Harmonie und Versenkung verspüren. Egal ob Christ, Moslem, Buddhist oder Konfessionsloser. Der „Raum der Stille“ verkörpert das Prinzip der Gleichheit aller Menschen. So versteht auch Luise Müller-Busse ihren Dienst am Heiligabend und am 1. Weihnachtstag.
Die für die Asklepios-Klinik und für die Segeberger Kliniken zuständige Pastorin hat sich intensiv auf ihre Weihnachtspredigt in Bad Oldesloe vorbereitet. Sie wird im Klinik-Foyer über den ersten Teil der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelikum predigen. Krippenfiguren wird sie mitbringen und über die Gefühle der Menschen in dieser Geschichte sprechen.
„Nicht zu Hause sein in der Heiligen Nacht, das haben die Patienten mit Maria und Joseph und mit dem Christkind gemein, sondern an einem anderen fremden Ort sein, in diesem Fall im Krankenhaus“, sagt sie. „Wie zu Hause fühlen wir uns in dieser Nacht in dieser Welt, im Krankenhaus, in unserer Familie, bei uns selbst? Kennen wir ein Fremdheitsgefühl gegenüber dieser Welt, und wo ist eigentlich unser Zuhause, unsere Heimat?“
Pastorin, Schwestern, Ärzte und das diensthabende Pflegepersonal arbeiten wie immer auch an Weihnachten Seite an Seite - zum Wohle der Patienten. Die Besucherdamen, 33 gibt es insgesamt, besuchen alle Kranken und überreichen ihnen als kleinen Gruß eine Weihnachtskarte und einen gebastelten Engel. Am Heiligabend spielt auf dem Klinikgelände ein Posaunenchor auf.
Am 2. Weihnachtstag arbeitet die Pastorin nicht. „Dann werde ich zum Gottesdienst in die Kirche gehen“, sagt die zweifache Mutter. Ihr Ehemann Jochen ist Gemeindepastor in Eichede.
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