Rettungsmodell fürs Bad

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Ein Verein soll das Schwimmbad der Gemeinde retten. 20 Bürger erklärten sich bei der Versammlung dazu bereit

Förder-Verein soll das Becken in der Lungenklinik Großhansdorf betreiben

Von Finn Fischer
Großhansdorf. Etwa 80 Einwohner verfolgten die erste Sitzung im Rathaus zu der Bürgermeister Janhinnerk Voß eingeladen hatte. Mit der Gründung eines Förder- und Betreibervereins soll das vor der Schließung stehende Schwimmbad der örtlichen Lungenklinik erhalten werden. Die Gemeinde sieht sich nicht imstande, dies alleine zu gewährleisten. Etwa 20 Einwohner erklärten sich bereit, im Verein mitzuwirken.
Janhinnerk Voß erklärte: „Wir werden den Verein unterstützen, sind aber nicht administrativ tätig.“ Der Verwaltungschef sicherte zu, dass die Gemeinde den Ehrenamtlern 30.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stellt. Außerdem einmalig 20.000 Euro für Reperaturarbeiten. Voß: „Das Schwimmbad ist für sein Alter in einem außergewöhnlich guten Zustand. Mit der Summe lassen sich die wichtigsten Arbeiten bewerkstelligen.“
Dennoch dürfte der Unterhalt für das Schwimmbad höher als der Zuschuss ausfallen. Erste Ideen, wie die Freiwilligen diese Differenz ausgleichen wollen, gibt es. So sollen alle, die das Bad künftig nutzen etwa 50 Euro pro Stunde zahlen. Damit diese Rechnung aufgeht, ist eine Vollbelegung von etwa 40 Wochenstunden nötig. Elisabeth Fiehn von der Volkshochschule sagt: „Die Schwimmkurse der VHS haben schon jetzt einen großen Anteil an der Schwimmbad-Nutzung. Es gibt eine lange Warteliste. Das Angebot und damit die Nutzung des Bades lässt sich also noch ausbauen.“
Geplant sind außerdem Gebührenerhöhungen. Auch damit sollen die Nutzer laut Elisabeth Fiehn einverstanden sein. „All unsere Schwimmer haben uns gesagt, dass sie auch mit einer Beitragserhöhung einverstanden sind.“
Stefan Kehl von den Grünen findet es wichtig, dass das Bad den Großhansdorfern erhalten bleibt. Immerhin habe ja auch Barsbüttel eine Schließung mit der Gründung eines Vereins abgewendet.
Einige Politiker äußerten Bedenken, dass ein Förderverein aus Ehrenamtlichen mit der Aufgabe überfordert sein könnte. Insgesamt kostet der Betrieb des Klinik-Schwimmbades 350.000 Euro pro Jahr. Das Defizit beträgt rund 120.000 Euro, das bislang die Gemeinde ausglich. Eigentlich hatte die Lungenklinik bereits im Dezember 2013 angekündigt, das Schwimmbad zu schließen. Die Verwaltung konnte das bis jetzt hinauszögern. Ob der Verein Erfolg hat, dürfte sich erst während des Betriebs zeigen. Die Gemeinde plant das Projekt ein Jahr lang zu testen, dann entscheidet die Verwaltung, ob sie an dem Modell festhält.
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