Rindergülle beheizt Becken

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Walter Nussel (v.l.) mit Silke Weyberg und Friedrich Klose. Der Landwirt liefert Mais zur Wassererwärmung im Freibad

Umgebaute Biogasanlage von Landwirt Klose erwärmt Trittauer Schönaubad

Von Michael Sakrzewski
Trittau. Im Rahmen einer Feierstunde übergab Silke Weyberg, vom Fachverband Biogas, vergangene Woche Bürgermeister Nussel ein Informationsschild für das Schönaubad. Dies weist darauf hin, dass das Wasser im Schwimmbecken einer Größe von 800 Quadratmetern aus überschüssiger Wärme der Biogasanlage von Landwirt Friedrich Klose versorgt und so auf Wohlfühltemperatur beheizt wird.
Zahlreiche Gäste wie Bundestagsabgeordneter Norbert Brackmann, die Landtagsabgeordneten Tobias Koch und Tobias von Pein sowie Tobias Goldschmidt, vom Kieler Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft und Umwelt waren anwesend. Auch Landrat Klaus Plöger und einige Kreistagsabgeordnete nutzten den Termin, um zu zeigen, dass sie sich für nachhaltige Projekte wie dieses interessieren. Bürgermeister Walter Nussel hatte nicht mit so viel Besuch gerechnet, freute sich dennoch. „Es ist mir eine große Freude, dass ich heute so viele Gäste hier in Trittau begrüßen kann“, sagte er.
Er betonte, dass die Trittauer schon sehr früh energiebewusst waren. Denn als das Freibad in den 70er-Jahren erbaut wurde, habe man das Wasser in den Schwimmbecken bereits mit Abwärme aus der Meierei beheizt. „Dazu gab es einen ergänzenden Erdgasanschluss für die Belastungsspitzen“, erklärt Nussel. Als die Meierei geschlossen wurde, fehlte auch die Möglichkeit, das Wasser im Bassin kostengünstig zu beheizen.
Doch dann kam Landwirt Klose auf die Idee, die Nahwärme, die wegen des permanent produzierten Biogases am Blockheizkraftwerk in die Luft abgegeben werden muss, dafür zu nutzen. Verwendet wird die Abwärmen, die von den Abnehmern nicht benötigt wird. Diese wird nachts dem Freibad zugeführt. Nussel erinnert sich, dass der Landwirt zunächst Peter Lange, den stellvertretenden Bürgermeister, die Idee vorgestellt habe. Nach Rücksprache und dem Einverständnis mit dem Verwaltungschef und der Politik nahm die Idee Gestalt an.
Im Juli bis August 2012 baute E.on Hanse die Heizanlage im Freibad auf eigene Kosten um. „Die Gemeinde und auch die Schwimmbadbenutzer danken dem Energieversorger dafür“, erklärte Walter Nussel in seiner Rede.
Erzeugt wird die Wärme aus Rindergülle und Maissilage von Landwirt Friedrich Klose. Daraus wird Naturgas erzeugt, dass in ein Blockheizkraftwerk der E.on Hanse eingespeist wird.
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