Risiko Lokschuppen

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Malin Johansson (19) lässt ihr Rad im Alten Lokschuppen ungern stehen. Hier wird viel geklaut Fotos: stb

Bis zu 40 Räder monatlich geklaut. Ausbau verschoben

Von Stella Bandemer
Ahrensburg. Viele Pendler nutzen in der Schlossstadt die öffentlichen Verkehrsmittel, um zur Arbeit oder in die Hamburger Innenstadt zu kommen. Zur S-Bahn kommen sie mit dem Rad. Doch gerade am Abstellplatz „Alter Lokschuppen“ sind ihre Mountainbikes, Rennräder oder Citybikes nicht sicher.

Schwer einsehbar

Durch die schwere Einsehbarkeit der Fläche und die Nähe zu Park-and-Ride-Anlage können Diebe nahezu unbeobachtet ihr Diebesgut in einem Auto verschwinden lassen. Auch Malin Johansson berichtet von einem Diebstahl. „Ich bin eigentlich noch froh, dass es nur mein Fahrradkorb war“, berichtet sie. Häufig kommt es vor, dass, Reifen, Lenker oder gleich das ganze Fahrrad abmontiert und mitgenommen werden. „Diebe werden auch von der Videoüberwachung nicht abgeschreckt“, meint Jürgen Hentschke, vom Allgemeinen Fahrrad-Club (ADFC) Ahrensburg. Besonders in den wärmeren Monaten, steigt die Zahl der Fahrraddiebstähle. Dies belegen auch die Zahlen der Polizei. Wurden in Ahrensburg von Januar bis März 20 Räder gestohlen, erhöhte sich die Diebstahlrate ab April auf etwa 30 Bikes, im Juni wurden 38 registriert.
Die Zahl der Fahrraddiebstähle sei jedoch im Vergleich zu den Vorjahren nicht signifikant gestiegen, so Sonja Kurz, Pressesprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. Doch gerade an Bahnhöfen werde im Durchschnitt mehr geklaut und ein Großteil der Diebstähle werde nicht gemeldet. Ein Trend bestehe auch im „Ausleihen“ von Fahrrädern für kurze Strecken.

Tipp: Codierungen und
gute Schlösser

Jürgen Hentschke empfiehlt in diesem Fall, das Angebot des ADFC. Der Verein bietet eine kostenlose Fahrradcodierung an. Mit Hilfe des Zahlenschlüssels könne das Bike bei einem Diebstahl von der Polizei wiedergefunden werden. Außerdem sei es sicherer, das Fahrrad an öffentlichen, belebten Orten abzustellen, beispielsweise vor den Taxi-Ständen direkt neben dem S-Bahnhof. Laut Jürgen Hentschke wäre auf Dauer jedoch ein Fahrradparkhaus mit einer Chipkarte für den Stellplatz die beste Lösung. Zudem hat Hentschke wichtige Sicherheits-Tipps. „Wichtig ist es, das Fahrrad nicht nur ab-, sondern auch fest anzuschließen“.
Außerdem empfiehlt er die Anschaffung eines geeigneten Fahrradschlosses, dessen Preis bei ungefähr zehn Prozent des Fahrradpreises liegen soll. Auch rät er davon ab, „das teuerste Fahrrad am Bahnhof zu lassen“. Sicher sind Fahrräder außerdem in einer der 40 abschließbaren Fahrradboxen im Alten Lokschuppen.

Kürzungen im Haushalt

Bürgermeister Michael Sarach plant langfristig, im Zuge der Sanierung des Lokschuppens, auch die Stellplätze zu erweitern und diese mit geeigneten Sicherheitsvorrichtungen zu versehen. Stadtsprecher Andreas Zimmermann: „Die Pläne mussten aber hintenangestellt werden“. Grund sind die Anfang diesen Jahres beschlossenen Kürzungen im Haushalt in Höhe von 5 Millionen Euro für Ahrensburg.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 27.08.2013 | 18:01  
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