Rückkehr des Wolfes

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Wolfsichtungen im Kreis Pinneberg sind sicher: Kommen die Tiere auch nach Stormarn? Foto: hfr/NABU
 
Markus Bathen aus Spremberg ist Projektleiter „Wolf“ beim NABU. Foto: hfr

Vorkommen einzelner Tiere in Nachbarkreisen bewiesen

Von Hans-Eckart Jaeger
Bad Oldesloe. Eines ist sicher: In Schleswig-Holstein gibt es Wölfe. Die Existenz zweier Tiere im Herzogtum Lauenburg und in Segeberg ist bewiesen, ein weiteres wird im Kreis Pinneberg vermutet.
Das hat die Stormarner beschäftigt und so kamen viele Neugierige zum Vortrag des Wolfs-Experten, Markus Bathen, aus Spremberg. Fast zwei Stunden referierte der Naturschützer aus der Lausitz im Bürgerhaus über ein spannendes Thema. Seit dem Jahr 2000 leben in der Lausitz wieder freilebende Wölfe, inzwischen sind es
13 Rudel mit insgesamt 90 Tieren. Einige der Wandertiere, die sich vorwiegend von Rehen, Rotwild und Wildschweinen ernähren, haben sich in Richtung Westen aufgemacht, um eigene Familien zu gründen.
Ein Einzelgänger ist mit Hilfe von Fotofallen beobachtet worden, im Kreis Herzogtum-Lauenburg soll einer gesehen worden sein. Und was ist mit Stormarn? Klaus Graeber, Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU), Region Bad Oldesloe, berichtet, dass bei ihm ging vor zwei Jahren eine aufregende Meldung einging.
„Autofahrer auf der A1 zwischen Bad Oldesloe und Bargteheide wollen beobachtet haben, wie ein Wolf vergeblich versuchte, die Autobahn zu queren“, sagte der NABU-Beauftragte im Bürgerhaus. „Einer der Fahrer war ein Förster aus Niedersachsen, und dem glaube ich.“ Ob die scheuen Tiere bereits aus den Nachbarkreisen nach Stormarn übergewandert sind, damit beschäftigt sich auch Klaus Graeber, Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU), Region Bad Oldesloe.
Ein Jäger soll einen Wolf beobachtet haben, der die Autobahn A1 überqueren wollte. Dennoch wurde Graebers Antrag, an dieser Stelle eine Wildbrücke über zu errichten, von den zuständigen Stellen abgelehnt.

Spuren unübersehbar

Die Spuren sind in den Wälder nicht zu übersehen und doch haben die wenigsten einen Wolf bereits live gesehen. So auch Horst Klemm, Kreisjägermeister aus Pölitz: „Ich habe in meinem Leben noch keinen gesehen“, sagt er. „Weder im Kreis Stomarn noch anderswo.“ Und er kennt auch niemanden, dem das, über Jahrhunderte in Deutschland ausgerottete, Beutetier hierzulande je über den Weg gelaufen wäre.
Markus Bathen hat einmal im Leben einen Wolf gesehen, und Dias von diesem Ereignis gemacht, die zeigte der Projektleiter NABU im Bürgerhaus. Er hockte in Altdöben in der Lausitz auf einem Beobachtungssitz, als ein Wolf zufällig des Weges kam. Die Filmkamera hielt sein Vorbeikommen fest. Die Anwesenheit eines Menschen störte das Tier offensichtlich nicht.
„Es ist das Ziel des Naturschutzbundes, die Menschen für einen bewussten Umgang mit den lange vertriebenen Rückkehrern zu sensibilisieren“, sagt Markus Bathen. Wölfe sollten nicht als Feind oder Konkurrent gesehen werden, sondern als Bereicherung und als Anzeichen für funktionierende Naturräume .

Aktionsplan Wolf

Mit dem Aktionsplan Wolf stellt der NABU gerade einen Arbeitsplan vor, der das „konfliktarme Zusammenleben von Menschen und Wölfen in Deutschland“ unterstützen will. In der Lausitz hat sich erwiesen, dass das möglich ist.
Der NABU-Beauftragte ist einer der größten Wolf-Experten hierzulande, doch die naheliegende Frage konnte er nicht beantworten. „Wann kommt der Wolf nach Bad Oldesloe?“, wollte ein Zuhörer wissen. „Das weiß ich nicht“, bekannte Markus Bathen. „Aber es könnte schon morgen passieren.“ (jae)
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