Schlichter Kirchenneubau

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Gemeindevorsteher Kai Reddig zeigt den Innenraum der neuen Kirche. An der Holzwand wird in wenigen Wochen das Kreuz hängen Foto: cs

Neuapostolische Gemeinde mit eigenem Haus in Bargteheide

Von Christina Schlie
Bargteheide
Es kommt nicht alle Tage vor, dass eine Kirche komplett neu gebaut wird. Im Kamp 5 wird im Auftrag der Neuapostolischen Gemeinde, die es in Bargteheide seit 1929 gibt, ein neues Gebäude errichtet. Bis vor einem Jahr feierte die Gemeinde ihre Feste und Andachten noch in dem früheren Feuerwehrspritzenhaus, das sie für sich umgebaut hatten. Ab Ende September dürfen sich die Gläubigen dann über eine neue Kirche freuen. Mit dem Wachstum der Stadt steigerte sich auch die Zahl der Gemeindemitglieder und so waren die 50 bis 60 Sitzplätze im bisherigen Gebäude nicht mehr ausreichend. Denn mehr als 150 Mitglieder zählt die Neuapostolische Kirche Bargteheide aktuell. Darunter gut 25 Kinder und Jugendliche. „Sonntags waren immer alle Plätze belegt. Viele unserer Mitglieder verfolgten den Gottesdienst stehend“, sagt Kai Reddig, Vorsteher der Gemeinde.

Kreuz als Überraschung



Von außen sieht der Flachdachbau inmitten einer Wohnsiedlung eher wie ein Einfamilienhaus aus. Betritt man den Neubau, eröffnet sich einem aber ein lichtdurchfluteter Innenraum, an dessen Ende eine große, gebogene Holzwand emporragt. „Das wird der Altarraum. Die Holzwand wird noch vergoldet, bevor das Kreuz angebracht wird“, erzählt Reddig. Auch das Kreuz ist neu und soll im Weihgottesdienst als Überraschung für die Besucher präsentiert werden. Ansonsten hatten die Gemeindemitglieder ein Mitspracherecht bei der Gestaltung. So wird es in der neuen Neuapostolischen Kirche auch keine Stühle sondern Sitzbänke geben. „Ein Wunsch aus der Gemeinde“, berichtet der Prediger. Das Lichtkonzept der Kirche soll die offene, einladende Grundhaltung der Gemeinde widerspiegeln. Offen zeigt sich die Kirche auch gegenüber der Stadt. Künftig wird ein Weg, der über das Kirchengrundstück führt, Zugang zum dahinterliegenden Neubaugebiet verschaffen. „Im Zuge des Neubaus bestand dazu die Möglichkeit, der wir gern nachgekommen sind“, erzählt der Bargteheider. „Der Solidaritätsgedanke spielt bei uns eine große Rolle.“ Natürlich steht hinter der Neuapostolischen Kirche Bargteheide ebenso die norddeutsche Gebietskirche in Hamburg, die sich finanziell beteiligt.

Finanziert aus Spenden


Schlicht und zeitlos ist der Bau, so dass nichts Unnötiges von den Wortbekundungen ablenkt. Außerdem wird es einen Mehrzweckraum mit Küche sowie eine Sakristei geben, in der auch die Sonntagsschule abgehalten wird. Im Moment werden die Gottesdienste in Ahrensburg abgehalten, ab 29. September wird wieder mittwochs, 19.30 Uhr und sonntags, 9.30 Uhr in Bargteheide gepredigt.
Finanziert wird der Neubau aus Spenden der Mitglieder. Wie hoch die Kosten für die neue Kirche sind, darüber möchte Kai Reddig nicht sprechen. Die Kirche verlangt keine Kirchensteuer, sondern überlässt es ihren Mitgliedern freiwillig, den Betrag zu spenden, den andere Glaubensrichtungen vom Einkommen ihrer Gemeindemitglieder abziehen. So zahlen Mitglieder der evangelischen-lutherischen Kirche zum Beispiel Kirchensteuer. Das sind etwa zehn Prozent ihres Einkommens. Grundlage der Neuapostolischen Kirche – die weltweit verbreitet ist – ist die Heilige Schrift. „Wir geben ein klares Bekenntnis zur Jesuslehre ab“, so der Prediger. Die Apostel stehen geistlich und organisatorisch an der Spitze der Kirchenhierarchie. Was die Haltung betrifft, ist die Neuapostolische Kirche eine Mischung aus der katholischen und evangelischen Lehre.
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