Schüler mögen des Pudels Kern

Anzeige
Die Hundelotsen Maximilian (12) (v.l.), Jascha (11) und Alex (12) mit Schulhund Fly Foto: cs

Schulhund „Fly“ bringt Sechstklässlern im Kopernikus-Gymnasium Ruhe und Respekt bei

Von Christina Schlie
Bargteheide
„Achtung Hund“, steht an der Tür zur Klasse 6c des Kopernikus Gymnasiums (KGB) in Bargteheide. Doch was macht ein Hund im Klassenzimmer? „Er sorgt für eine bessere Lernatmosphäre“, so die spontane Antwort von Klassenlehrerin Kathrin Fuß. In einem bislang einzigartigen Projekt in Bargteheide soll Schulhund „Fly“ als Co-Pädagoge die Lehrerin bei ihrem Erziehungsauftrag unterstützen.
Noch bis zum Ende des Schuljahres ist die 16 Monate alte Pudelhündin jeden Montag in der ersten Stunde zu Gast in der 6c. Und dies bereits seit den Osterferien. Fleißig unterstützt sie die Mädchen und Jungen dabei, deutsche Grammatik zu lernen. Mit Erfolg. „Es ist viel ruhiger“, bestätigen die Schülerinnen und Schüler, „auch wenn es anfangs ungewohnt war.“ „Fly tröstet auch, wenn es mal jemand nötig hat“, sagt der elfjährige Nick. „Der Hund spürt instinktiv, welches Kind seine Zuneigung gerade am nötigsten hat und hilft den Kindern, Stress abzubauen“, sagt Kathrin Fuß. So macht die reine Anwesenheit von Fly nicht nur gute Laune, sie steigert auch die soziale Integration, die Konzentrationsfähigkeit sowie die Aufmerksamkeit der Kinder. Allein aus Respekt vor dem Tier verhalten sich die Kinder ruhiger.
Bevor Kathrin Fuß das Projekt Schulhund am KGB ins Leben gerufen hat, hat sich die Lehrerin sorgsam darauf vorbereitet. Fly wurde von ihr bewusst ausgewählt und von Geburt an auf seine Aufgabe als Schulhund vorbereitet. Dazu gehört neben dem Gesundheitszeugnis für den Hund unter anderem ein regelmäßiges Lernprogramm unter der Aufsicht qualifizierter Trainer.
Aber auch die Schulklasse hat vor dem ersten Besuch des Hundes Regeln erarbeitet und über Ängste und eventuelle Allergien gesprochen. Um zu verhindern, dass sich der Hund während des Pausengedränges auf dem Schulhof bedroht oder verängstig fühlt, begleiten jeweils drei Hundelotsen Fly auf dem Weg ins Klassenzimmer. Im Klassenzimmer selbst steht für den vierbeinigen Gast eine Box als Rückzugsort zur Verfügung. Schließlich ist so ein Schultag auch für die Pudeldame anstrengend. „Laufend muss Fly die Impulskontrolle üben“, erklärt Kathrin Fuß. Das bedeutet, auch wenn sie gern mit den Kindern spielen und toben möchte, so muss sie doch kontrolliert in ihrer Box verweilen. Nach dem Unterricht darf Fly dann rennen und toben, um dann anschließend ein ausgiebiges Mittagsschläfchen zu halten. Bislang ist der Hund nur eine Stunde pro Woche in der Klasse, doch die 33-Jährige könnte sich vorstellen, das Projekt Schulhund auszubauen. „In vielen Grundschulen ist ein Hund bereits als Unterstützung etabliert.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige