Sie hat ein Herz für Flüchtlinge

Anzeige
Lore Grube an ihrem Schreibtisch. Hier kommen ihr die besten Ideen für neue Projekte Foto: Keil

Lore Grube aus Großhansdorf seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich aktiv

Von Manuela Keil
Großhansdorf. Lore Grube ist eine tatkräftige und hilfsbereite Frau. Sie zögert nicht, wenn Entscheidungen anstehen. Die alteingesessene Großhansdorferin, die mit ihrem Mann und Hund im Elternhaus lebt, engagiert sich seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich. Die pensionierte Lehrerin für Sport und Französisch gibt Aussiedlern und Asylanten Deutschunterricht und ist seit 1977 in der Sozialarbeit des DRK-Ortsvereins aktiv. Eigentlich schon seit 1973 – damals suchte das Rote Kreuz Fahrer für Essen auf Rädern. Außerdem engagiert sich das Ehepaar Grube, das gerade seinen 52. Hochzeitstag feierte, in der Bürgerinitiative „Sicheres Großhansdorf.“

„Diese Menschen‚ haben wirklich nichts.“ Lore Grube

Lore Grube versorgte zuletzt drei neu angekommene Asylbewerber aus Syrien zuerst mit Kleidung, Bettwäsche und Handtüchern aus der Kleiderkammer des DRK. „Diese Menschen haben wirklich nichts“, sagt die 77-Jährige. Untergebracht werden die Neuankömmlinge in den Schlichtwohnungen Radeland sowie im Kortenkamp. Dort leben derzeit auch ein junges Paar mit Kind aus Syrien. „Die junge Frau kann schon ganz gut Deutsch und lernt auch fleißig“, sagt Lore Grube. Das sei jedoch nicht bei allen Asylanten so. „Viele von ihnen möchten Deutsch lernen, aber wissen nicht wie“, sagt Grube. So falle es manchen Schützlingen schwer, nach der Deutschstunde weiter allein zu üben.“ Außerdem seien die Vorkenntnisse sehr unterschiedlich, ebenso wie das Alter der Betreuten.
Lore Grubes Unterstützung beschränkt sich jedoch nicht auf den Deutschunterricht. Sie hilft, wo sie kann und sieht, dass es notwendig ist. Beispielsweise, wenn Fahrräder, ein neuer Teppich oder ein Radio für die Menschen in den Notunterkünften zu organisieren sind. Dann geht Lore Grube ins Sozialkaufhaus und sucht dort den passenden Teppich oder ein modernes Sofa aus. „Wir haben auch schon Fahrräder vom Bauhof ins Fundbüro bringen lassen. Nach sechs Monaten durften wir diese dann abholen, weil sich kein Eigentümer in der Zwischenzeit gemeldet hat.“ Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit wurde Lore Grube im vergangenen Jahr mit einem Preis ausgezeichnet. Sozialministerin Kristin Alheit überreichte ihr den Stormarner Ehrenamtspreis für Integration.

"Ich vermittle halt gern“

Fragt man Lore Grube, was sie antreibt oder weshalb sie sich ehrenamtlich engagiert, winkt sie nur ab. Bloß nicht so viel Aufhebens drum machen. Sie schwärmt von den 1980ern, als sie im Großhansdorfer SV als Trainerin für Rhönrad tätig war. Lore Grube zeigt am liebsten alte Bilder von damals. Von ihren Schülern, Fahrten mit dem VW-Bus zu verschiedensten Veranstaltungen. „Es war eine schöne Zeit.“ So manches Rhönrad wurde auf der Terrasse der Grubes zusammengeschweißt. Alles ehrenamtlich versteht sich. Nur in Nebensätzen kommen die wahren Motive für ihr Engagement zu Tage. „Ich vermittle gern zwischen Menschen, die etwas haben und denen, die nichts haben. Wenn dieser Tausch klappt, ist das ein tolles Gefühl.“ Und auf die Frage, weshalb der Kreis der ehrenamtlich Aktiven doch überschaubar sei, antwortet Lore Grube mit einer Gegenfrage. „Warum machen das nicht auch andere? Das ist schade, nicht wahr?“ Vor kurzem hat sie ein weiteres Engagement begonnen. Als Blutspendehelferin.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige