Sind diese Kosten nötig?

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Der Teich am Schloss Ahrensburg wächst seit über vierzig Jahren immer weiter zu. Fotos: hs

Schlossteichentschlammung soll 650.000 Euro kosten

Von Halina Schmidt
Ahrensburg. Es ist das Wahrzeichen der Stadt: Jedes Jahr kommen zahlreiche Besucher, um das Schloss zu besichtigen. Damit dies so bleibt, muss das Schloss mitsamt seiner unmittelbaren Umgebung gehegt und gepflegt werden.
Dazu gehören auch der Schlossteich und Schlossgraben, die dieses Jahr entschlammt werden sollen. Seit der letzten Entschlammung vor über vierzig Jahren hat sich einiges in dem kleinen Gewässer angesammelt: abgestorbene Pflanzenteile, totes Holz und natürlich viel Schlamm.

Keine akute Gefahr

„Es besteht keine akute Gefahr, aber es müsste dringend was gemacht werden, der Schlossteich wächst immer mehr zu. Je mehr Zeit verstreicht, desto höher werden der Aufwand und die Kosten“, erklärt Andreas Zimmermann von der Stadtverwaltung. Die Befürchtung der Stadt ist, dass der Schlamm vergären und unangenehme Gerüche entwickeln könnte. Dadurch könnten Besucher des Schlosses abgeschreckt werden.
Deshalb wurde seit 2007 immer wieder über eine Entschlammung des Schlossteiches diskutiert. Jetzt hat die Stadt ein verlockendes Angebot bekommen: Der Gewässerpflegeverband würde das Gewässer am Schloss künftig in seinen Pflegebestand übernehmen und sich um dessen Pflege kümmern, wenn die Stadt zunächst einmalig eine Entschlammung des Teiches und des Grabens um das Schloss vornehmen ließe. Auf Vorschlag der Verwaltung wurde deshalb die Bereitstellung der Mittel zur Entschlammung des Schlossteiches in den Haushalt 2013 aufgenommen.
„Das Problem ist seit Jahren bekannt, ist aber bis jetzt immer an der Kostenfrage gescheitert“, sagt Andreas Zimmermann, Sprecher der Stadtverwaltung. Die Mittel, die von der Stadt für die Maßnahme aufgebracht werden müssen, werden auf 650.000 Euro geschätzt. Zu hohe Kosten für eine nicht notwenige Maßnahme, findet die FDP und hatte deshalb auf der Stadtverordnetenversammlung vor Weihnachten einen Antrag gestellt, die Entschlammung aus dem Haushalt 2013 zu streichen. „Eines unserer zentralen politischen Ziele ist es, einen öffentlichen Haushalt zu erreichen, der mit dem auskommt, was wir einnehmen und der nicht – wie bisher – mehr und mehr künftige Generationen belastet.

FDP ist dagegen

Dafür muss sich die Stadt auf das konzentrieren, wozu sie gesetzlich verpflichtet ist und was notwendig ist“, erklärt Thomas Bellizzi (FDP). Stattdessen schlägt er vor, die Entschlammung des Schlossteiches durch Spenden zu finanzieren. Dann könne jeder Bürger im Rahmen seiner Möglichkeiten selbst entscheiden, wie viel er geben wolle und könne.
Der Antrag der FDP auf Streichung des Postens für die Entschlammung des Schlossteiches aus dem Haushalt für 2013 wurde mit sechs Stimmen dafür und 20 Stimmen dagegen abgelehnt. Da aber auf dieser Sitzung der Haushalt für das Jahr 2013 nicht verabschiedet wurde, ist auch die Entschlammung bis jetzt nicht unwiderruflich beschlossen. Auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 21. Januar soll darüber endgültig entschieden werden. (hs)
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