Sozialstaffel beschlossen

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Ingo Schmal von der Awo-Haustierhilfe mit seinem Mischling Foto: will

Trittau senkt Hundesteuer für Bedürftige

Trittau. Mit einer Mehrheit von sechs Ja-Stimmen und einer Nein-Stimme entschieden die Mitglieder des Finanzausschusses, dass Bedürftige künftig nur 50 Prozent der Hundesteuer bezahlen müssen. Nun muss in der Gemeindevertretung beschlossen werden, ob die Zahlungen rückwirkend zum 1. Januar minimiert werden. Berücksichtigt werden Rentner, die Grundsicherung beziehen und Hartz-IV-Empfänger. Sie müssen also 55 statt 110 Euro Steuern für ihren Hund bezahlen. Diese Regelung bezieht sich allerdings nur auf Bedürftige, die einen Hund angemeldet haben. Für den Zweithund und für Kampfhunde gibt es keine Ermäßigung.
Etwa sieben Senioren beziehen in der Gemeinde Grundsicherung. 38 der 360 Hartz-IV-Empfänger sollen laut stellvertretendem Bürgermeister Peter Lange einen Hund haben. Durch diese Regelung entgehen der Gemeinde knapp 2500 Euro.

Wichtiger Sozialkontakt

Der Seniorenbeiratsvorsitzende Christian Gajda hatte diesen Vorschlag eingebracht. „Ich finde es sehr wichtig, dass gerade alte, meist alleinstehende Menschen, nicht auf ihren Hund verzichten müssen“, sagt er. Erst zum Jahresanfang hatte die Gemeinde die Hundesteuer von 100 auf 110 Euro erhöht. Für die betroffenen Rentner war das ein großer Schock.
Ingo Schmal, der Mitarbeiter der Awo-Haustierhilfe, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert, begrüßt den Beschluss der Sozialstaffel. „Jeder von uns kann von heute auf morgen ein Sozialfall und damit bedürftig werden“, sagt er. Nicht alle seiner 32 Kunden, die jede Woche in der Einrichtung an der Hamburger Straße mit Futter für ihre Tiere unterstützt werden, sind Rentner. „Es gibt auch junge Menschen, die vorzeitig in Rente gehen mussten und nun wenig Geld haben“, sagt er. Einige Menschen würde die Mittellosigkeit von ihrem Umfeld isolieren. Daher sei ein Haustier für jene ein wichtiger Teil ihres sozialen Lebens.

CDU ist gegen Stütze für Hartz-IV-Empfänger

Jens Hoffmann, Fraktionsvorsitzender der CDU Trittau, findet eine Hundesteuerermäßigung für Rentner nachvollziehbar. Eine Steuererleichterung von Hartz-IV-Empfängern kann er nicht unterstützen. „Überall wird daran gearbeitet, Hartz-IV nicht lukrativ werden zu lassen und jetzt werden die Bedürftigen mit Hunden von der Gemeinde bevorzugt“, sagt er.
Trittau plant für das kommende Jahr eine weitere Steuererhöhung. Für den ersten Hund müssen Einwohner dann 120 Euro bezahlen. Zudem plant die Verwaltung verstärkt zu prüfen, ob auch alle Hunde angemeldet sind. Laut Peter Lange erhält die Gemeinde dabei Unterstützung durch eine private Firma. (will)
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