Spinner kommt voran

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Einer der Bäume, an denen letzte Woche Nester des Eichenprozessionsspinners gefunden wordenFoto: Institut für Baumpflege

Drei Nester mit giftigen Raupen im Kreis entdeckt

Bad Oldesloe. Die Invasion der Eichenprozessionsspinner schreitet voran. Nachdem ein Baumpfleger in Reinbek vor einer Woche zum ersten Mal im Kreis drei Nester mit den giftigen Raupen entdeckte, glaubt Forst
ingenieur Rene Rudolphi: „Der Falter ist auf dem Vormarsch, er wird wahrscheinlich nach Norden ziehen, denn die warm-trockene Witterung kommt ihm gelegen.“

Ausbreitung des Falters noch in diesem Jahr

Bei Rene Rudolphi, Amtsrat im Referat 54 der obersten Forst- und Jagdbehörde beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kiel laufen alle Fäden zusammen. „Wenn irgendwo in Schleswig-Holstein in naher Zukunft noch mehr dieser Schädlinge auftauchen, werde ich darüber informiert“, versichert er.
Von der Ausbreitung des Falters noch in diesem Jahr ist auch Jürgen Pflanz vom Umweltamt in Geesthacht überzeugt: „Ende Juli schlüpfen die Raupen, dann beginnt die Flugzeit. Sie können sich bei sommerlichen Temperaturen jährlich bis zu 30 Kilometer in Richtung Norden ausbreiten.“
In Geesthacht waren vor einigen Wochen in drei Eichen Nester mit Raupen gefunden, zerstört und entsorgt worden.
Vor fünf Jahren war der Schädling erstmals in Norddeutschland gesichtet worden. Er breitete sich von Niedersachsen (Lüneburg) aus über die Elbe nach Geesthacht und nach Reinbek aus.

Gift wirkt zwölf Jahre

„Das heißt aber nicht, dass der Eichenprozessionsspinner nicht vielleicht schon jetzt an mehreren Stellen im Kreis zugegen ist“, sagt Amtsrat Rudolphi. „Man sieht ihn nur selten, weil er in der Regel seine Eier unterhalb der Äste in den Wipfeln einzeln stehender Eichen ablegt.“
Der Forstingenieur appelliert, vorsichtig zu sein, nicht in Berührung mit den Raupen zu kommen und auch nicht mit verlassenen, zu Boden gefallenen Gespinstnestern in Berührung zu kommen. „Da sind immer noch Raupenhaare drin. Ihr Gift wirkt bis zu zwölf Jahre.“
Der unscheinbare graue Falter beginnt Anfang August seine Eier abzulegen. Noch im Herbst entwickelt sich der Embryo zur fertigen Jungraupe, die dann im Ei überwintert und Anfang Mai schlüpft. Die Tiere halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. (jae)
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