Sport-Funktionäre warnen

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Adelbert Fritz (v.l.), Hans-Werner Harmuth und Hans Jacob Tiessen Foto: fnf

Flüchtlinge dürften nicht dauerhaft in Hallen leben

Bad Oldesloe/Glinde Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland reißt nicht ab. Vertreter des Kreis- und Landessportverbandes trafen sich nun zu einem Krisengespräch, denn die Situation macht zunehmend auch den Sportvereinen zu schaffen. In mehreren Städten des Kreises, etwa in Glinde und Bad Oldesloe, wurden Flüchtlinge provisorisch in Sporthallen untergebracht. Der Sportverband sorgt sich aufgrund wegfallender Trainingszeiten um die Zukunft der Vereine.
„Die Umfunktionierung von Sporthallen in Flüchtlingsunterkünfte darf nur das letzte Mittel für kurze Zeit sein“, sagt Kreispräsident Hans-Werner Harmuth. So hätten die Vereine auch einen praktischen Nutzen, gerade in Sachen Integration. „Wir dürfen die Orte nicht schließen, an denen Integration und Jugendarbeit gelebt wird“, ist Harmuth überzeugt. Das Schließen von Hallen könnte die Vereinslandschaft im Kreis nachhaltig verändern und in Gefahr bringen. In Glinde wurden jetzt zwei von sechs Hallen für die Vereinstätigkeiten gesperrt und mangels Alternativen in Unterkünfte für Flüchtlinge umfunktioniert. Man müsse bei dem Thema mit Besonnenheit handeln, so Adelbert Fritz, Vorsitzender des Kreissportverbandes: „Unsere Vereine bemühen sich, die Flüchtlinge zu integrieren. Oft wird auf Mitgliedsbeiträge verzichtet und für Ausstattung und Sportmittel gesorgt.“
Doch dieses Engagement sieht Fritz durch die Hallensperrungen in Gefahr. Die positive Stimmung, die in den Sportvereinen derzeit vorherrscht, könnte ins Negative kippen. „Wenn das Engagement erstickt wird, weil wir keine Hallen mehr haben, wäre das gefährlich“, sagt der KSV-Vorsitzende. Ähnlich sieht das auch der Chef des Landessportverbandes Hans Jacob Tiessen: „Den Flüchtlingen, die zu uns kommen, müssen wir sportlich, offen und fair gegenübertreten. Das ist die Idee des Sports. Aber ohne Hallen wird die Integrationsarbeit schwierig.“ Seit Beginn an ist die Beteiligung der Stormarner Vereine an der Integration der Flüchtlinge groß. (fnf)
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