Stadt unterstützt Einzelhandel

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Nicolas Tschirch vom Traditionsunternehmen Ollefant, das seit 25 Jahren besteht. Fotos: hs

Ahrensburg verschärft Vorschriften für Unternehmen in Gewerbegebieten

Ahrensburg. Das Bild der Ahrensburger Innenstadt ist von vielen kleinen Geschäften, Boutiquen und Fachhändlern geprägt. Nicht wenige dieser Läden sind seit Jahren ansässig und bieten den Kauflustigen zuverlässig ein breites Angebot und Beratung. Damit diese Vielfalt der Schlossstadt erhalten bleibt, hat die Stadt jetzt im Zuge des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes beschlossen, die Rahmenbedingungen für Großmärkte außerhalb des Stadtkerns zu verschärfen. So wurde auf Grundlage eines Sortimentkatalogs, der von dem Beratungsunternehmen CIMA für die Stadt aufgestellt wurde, festgelegt, welche Produkte zentrumsrelevant sind, also von Fachhändlern im Zentrum verkauft werden. Auf dieser Liste stehen Produkte wie Heimtextilien und Großelektronik.
Beschluss
Möchte also künftig ein Unternehmen außerhalb des Zentrums, zum Beispiel im Gewerbegebiet Beimoor Süd, ein Geschäft eröffnen, darf es nur fünf Prozent seiner Verkaufsfläche für diese zentrenrelevanten Waren verwenden. Damit liegt Ahrensburg deutlich unter den sonst üblichen zehn Prozent. Die Stadt möchte durch diesen Beschluss verhindern, dass große Läden den Einzelhändlern in Ahrensburg die Kundschaft nehmen und dann im schlimmsten Fall schließen müssen. „Es ist ein deutliches Signal, dass wir unsere Innenstadt schützen wollen“, erklärte Bürgermeister Michael Sarach. Aber es stelle sich natürlich die Frage, ob die Klausel nicht auch Investoren abschrecke.
Die Einzelhändler Ahrensburgs sehen den Beschluss positiv. Andreas Werning, der zweite Vorsitzende des Stadtforums, befürwortet die Entscheidung der Stadt. „Jeglicher Handel, der in das Gewerbegebiet zieht, ist schädlich für die Innenstadt.
Kundenfrequenz
Eine hohe Kundenfrequenz im Zentrum ist das A und O“, erklärt Werning, der ein Juweliergeschäft am Rondeel mitten in Ahrensburg betreibt. Er sieht eher Möglichkeiten, den Stadtkern zu verdichten. „Eine attraktive Innenstadt mit einem reichhaltigem Warensortiment ist das Wichtigste“, so Werning. Er glaube nicht, dass der Neubau von Geschäften außerhalb des Zentrums der Schlossstadt zugute käme. Nicolas Tschirch vom Spielzeugwarenhändler Ollefant am Rathausplatz kann sich vorstellen, dass Neuansiedlungen im Gewerbegebiet auch mehr Kaufkraft nach Ahrensburg ins Zentrum bringen könnten, da die Leute bei einem Besuch der neuen Geschäfte vielleicht auch einen Schlenker in die Innenstadt machen würden.
Einzelhandel profitiert
„Wenn Kundschaft aus dem Umland nach Ahrensburg gelockt wird, kann der Einzelhandel im Stadtkern davon profitieren.“ Dennoch begrüßt er den Beschluss der Stadt, der den Einzelhandel im Zentrum schützen soll.
Er sehe aber nicht nur die Stadt in der Pflicht, etwas für den Erhalt der Läden in der Innenstadt zu tun.
Auch die Einzelhändler müssten auf das sich wandelnde Kaufverhalten der Kunden eingehen. „Manche sind hierbei zu träge. Man muss Mut zur Veränderung haben“, so Nicolas Tschirch. (hs)
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