Stormini-Camp kommt nach Trittau

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Ernst-Jürgen Gehrke von der Bürgerstiftung Stormarn, Ute Welter-Agatz (Schulverbandsvorsteherin) und Landrat Henning Görtz (v.l.) laden die Kinder zum Stormini ein Foto: oj
 
Ernährungsberaterin Dagmar Schilling (l.) hat viel mit den Stormini-Bewohnern vor Foto: oj

Gemeinde wird im Juli wieder zur Kinderstadt

Von Olaf Jenjahn
Trittau
Mehr als 600 Anmeldungen lagen vor, 260 Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 13 Jahre haben einen der begehrten Plätze ergattert. Vom 24. bis 30. Juli ist Trittau Gastgeber für das diesjährige Stormini-Camp, einem Planspiel, in dem sich die jungen Menschen aktiv mit Demokratie, Wirtschaft und Sozialverhalten auseinandersetzen. Eine Woche lang leben die Mädchen und Jungen in ihrer eigenen Stadt und müssen sich mit allem befassen, was „im richtigen Leben“ auf sie wartet: Die Suche nach dem richtigen Arbeitsplatz, Geldverdienen, Steuern zahlen, Entscheidungen treffen, Freizeitangebote wahrnehmen. Passend zum Motto „Löppt – Alles was mir gut tut“ sind die Schwerpunktthemen Ernährung, Bewegung und Entspannung. „Wir wollen hier für die Teilnehmer eine tolle Ess-Atmosphäre schaffen. Aus den unterschiedlichen Gruppen heraus soll das Stormini-Kochbuch erstellt werden. Wir wollen gemeinsam Wunschmenüs aus vier Komponenten entwickeln. Allerdings bin ich mir sicher, dass Spaghetti und Pfannkuchen – wie immer – dazu gehören werden“, sagt Dagmar Schilling, die als Ernährungsberaterin das Projekt begleitet. Außerdem werden sich die Mädchen und Jungen als Lebensmitteltester beweisen, chemische Versuche mit Lebensmitteln durchführen und selbst in der Küche agieren. Anhand der Ernährungspyramide wird den Kindern erläutert, was über den Tag gegessen und getrunken werden muss, damit eine ausgewogene und gesunde Ernährung gewährleistet werden kann. „Alle Zeltbetreuer sind entsprechend geschult und können auftretende Fragen kompetent beantworten“, sagt Dagmar Schilling. In der Kinderstadt Stormini erleben die Teilnehmer die Simulation des Kreislaufs von Arbeit, Geldverkehr sowie politischen Entscheidungen und deren Durchsetzung. Auf dem stadtinternen Arbeitsmarkt können sie zweimal täglich für zwei Stunden einer Beschäftigung nachgehen, die – in der Währung Stormark – vergütet wird. Für das Einkommen werden Steuern erhoben, die der Allgemeinheit zu Gute kommen. Ein selbstgewähltes Parlament vertritt die Interessen der Stormini-Bewohner und soll Lösungen bei Streitigkeiten beitragen. Dabei wird Demokratie hautnah erlebt. Das beste Beispiel ist ein „Vorfall“ aus dem vergangenen Jahr, als der Bürgermeister Eis für alle Bewohner versprach. Es war allerdings nicht genug Geld vorhanden, so dass die Steuern erhöht werden mussten, um das Versprechen einzulösen. In der Erwachsenenwelt existierende Einrichtungen (Jobcenter, Post, Sparkasse, Geschäfte, Marktplatz) werden in der Kinderstadt so realitätsnah wie möglich nachempfunden und stellen gleichzeitig Arbeitsplätze für die Kinder dar. Hier konnten Berufe von Apotheker bis Zoohändler realisiert werden. Arbeitsplätze stellen auch die Sparkassen Kulturstiftung in der Trittauer Wassermühle sowie ein Bestattungsunternehmen zur Verfügung. Auch darf die Stormini Medienlandschaft (Radio, Fernsehen, Zeitung, Internet) nicht fehlen, die, wie im wahren Leben, für Informationen und Unterhaltung in der Gesellschaft sorgt. „Stormini entwickelt sich. Das Projekt wird immer größer und professioneller und es kristallisieren sich immer neue Facetten und Schwerpunkte heraus. Das ist gelebte Nachhaltigkeit“, sagt Landrat Hennig Görtz, der Stormini bereits mehrfach erleben durfte. Ähnlich sieht es Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Sparkassen-Stiftung Stormarn, die das Projekt des Kreisjugendrings Stormarn unterstützt: „Stormini rückt immer näher an das reale Leben. Immer mehr Kinder wollen mitmachen, weil es nichts Vergleichbares gibt. Das ist ein herausragendes Merkmal für die Jugend- und Bildungsarbeit“. Die Teilnehmer erhalten den Bürgerausweis, in dem Platz für die persönlichen Daten und ein Foto ist. Außerdem enthält das Dokument eine amtliche Wahlbescheinigung für die Wahl des Bürgermeisters am 27. Juli sowie das Stormini-Grundgesetz, das an die UN-Kinderrechte angelehnt ist, ein Arbeitstagebuch und Steuernachweise, den allgemeinen Tagesablauf, den Stormini-Song und ein „plattdüütsch lüttjes Wöörbook“. Damit auch wirklich jeder weiß, was mit „löppt“ gemeint ist.
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